Endlich ist es da, mein neues MacBook Air! Nein, ihr habt kein Deja Vù: Wegen einer extremst quietschenden Leertaste war Apple so freundlich, mir gleich ein neues Gerät zu schicken. Das “alte” MacBook muss natürlich wieder zurück und wie es sich gehört, sollte man es vorher “platt” machen, also richtig formatieren, damit nicht etwa private Daten in falsche Hände gelangen. Ich zeige euch, wie das am Besten geht.
Die einfache Version
Um eure SSD bzw. Festplatte richtig zu löschen, müsst ihr das MacBook im Wiederherstellungmodus starten. Dazu schaltet ihr es aus und wenn ihr wieder einschaltet, haltet ihr die ALT Taste gedrückt. Und zwar so lange, bis sich was auf eurem Bildschirm tut. Ihr bekommt hier eure “richtige” Festplatte zu sehen und die Wiederherstellungspartition (Recovery Partition). Diese wählt ihr mit den Pfeiltasten aus und drückt Enter.

Startet euren Mac neu mit ALT gedrückt und wählt die Recovery Partition aus
Im nächsten Screen könnt ihr auswählen, was ihr tun wollt. Ihr wählt die Disk Utility aus, die dazu da ist, dass ihr eure Festplatte bzw. SSD formatieren könnt.
Warum so kompliziert und nicht direkt aus eurem Profil heraus? Ihr könnt keine Festplatte löschen, die ihr gerade benutzt.Und da auf der normalen Partition ja immer euer OS läuft, könnt ihr es sozusagen nicht “Selbstmord” begehen lassen, indem es sich selbst auslöscht. Deswegen müsst ihr zu der Wiederherstellungspartition gehen.

Diese Optionen stehen euch bei der Wiederherstellung zur Verfügung
Hier wählt ihr jetzt den Reiter Löschen (Erase) aus, vergebt einen Namen (idealerweise Macintosh HD) und klickt unten auf Löschen (Erase). Seid euch sicher, dass ihr einen Backup eurer wichtigen Daten habt, die sind dann nämlich weg!

Wählt die Partition/Festplatte aus, die ihr formatieren wollt
Wer wie ich verzweifelt versucht, die “Security Options” zu klicken, wird enttäuscht werden: Bei SSD Speicher gibt es das nicht mehr. Ich muss gestehen, dass ich nicht genug von Technik verstehe um zu wissen, ob man das einfach nicht braucht oder warum. Die Sicherheits-Optionen geben die Möglichkeit, eine Festplatte (physisch) mit 0 zu überschreiben und damit sicher zu stellen, dass vorhandene Daten nicht mehr ausgelesen werden können. Der Prozess dauert ewig – bei meiner 1TB Festplatte im iMac immerhin 15-18 Stunden bei 7 Durchgängen (was irgendeinem ziemlich sicheren Standard entspricht). Aber das gibt’s halt nicht mehr. Doof.
Habt ihr das alles erledigt – also eure Platte bzw. SSD gelöscht – müsst ihr natürlich wieder ein OS drauf installieren. Dazu geht ihr in die ursprüngliche Auswahl zurück und wählt den Lion-Install aus (falls ihr eine DVD oder einen USB Stick mit dem Betriebssystem habt, könnt ihr jetzt davon booten – wieder mit gedrückter ALT Taste und dann das jeweilige auswählen). Wenn ihr es runter laden müsst, dauert das ein paar Stunden, wenn man nicht wie der Kollege @jcfrick eine 100MB Leitung hat.

Lion Download via Internet zur Wiederherstellung
Die kompliziertere Version
Entweder habe ich mich dumm angestellt oder die Option gibt es tatsächlich nicht, aber ich hatte 2 Partitionen (1x Lion, 1x Mountain Lion), die ich natürlich vor dem Install von dem OS wieder zusammenführen wollte. Nur immer, wenn ich in der Partitionssektion aus zweien eine machen wollte, verweigerte mir das die Disk Utility mit der Begründung, das Laufwerk (egal welches), könne nicht ausgeworfen werden.

Bei mehreren Partitionen wird es schon lustiger
Hmmmm. Doof. Ein wenig recherchieren im Internet ergab auch nicht wirklich eine Lösung, bis ich las, dass einige von ihrem Lion USB Stick gestartet haben. Da ging bei mir die Glühbirne an: Ich mache immer in (un)regelmäßigen Abständen eine komplette Spiegelung meines Macs via SuperDuper! auf ein externes Laufwerk.
Das schloss ich also an, startete das MacBook Air mit gedrückter ALT Taste noch einmal und wählte dann meinen Backup als Startfestplatte aus. Und siehe da: Da ihr ja dann sozusagen von der externen Festplatte aus arbeitet, werden die internen Partitionen des MacBook als ganz normale Festplatten behandelt. Und so konnte ich sie ganz einfach und wunderbar zu einer Partition zusammenführen.
Der Haken an der komplizierten Version
Es wäre natürlich viel zu einfach, wenn meine Story hier zu Ende wäre. Durch die komplette Partitionierung der SSD hatte ich auch – ganz aus Versehen – die Recovery Partition mit gelöscht. Nix mit Wiederherstellen.
Während ich noch dumm auf den leeren Screen schaute, der mir jetzt gar kein Laufwerk mehr anbot, erschien auf einmal eine Weltkugel mit der Unterschrift: “Internet Restore. This may take a while.” (Wiederherstellung aus dem Internet. Das wird eine Weile dauern.).

Wenn alles verloren scheint, könnt ihr eine Wiederherstellung auch direkt via Internet erreichen (wenn euer Mac dafür geeignet ist)
Und siehe da, nachdem ich dem “blanken” MacBook mein WLAN Passwort verraten hatte, fing es munter an, sich wiederherzustellen. Innerhalb von 15 Minuten war es so weit, dass es mir den Options-Screen (von ganz oben) wieder anbot. Dann musste ich natürlich auch Lion wieder runter laden, was mit 10 Stunden angegeben wurde.
Fazit
Wer nur eine Partition hat (und sich vielleicht cleverer) anstellt als ich, kann seine Festplatte/SSD relativ einfach löschen und wieder herstellen. Wer wie ich unbedingt den komplizierten Weg gehen muss, sollte Zeit einplanen.
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Bei SSDs gibt’s das nicht mehr. Die werden einmal überschrieben und weg sind die Daten. Bei SSDs ist ein einmaliges, komplettes löschen so sicher wie ein 123maliges überschreiben von einfachen HDDs.
Wenn man sein MacBook regelmäßig per TimeMachine sichert, kann man auch einfach von dem Medium wiederherstellen oder eine neue Installation durchführen.
Die “sichere” Option gibt es nicht, weil sie bei SSDs nicht nötig ist. Bei Magnetischen Medien werden beim normalen löschen die Daten nicht gelöscht, sondern nur als “gelöscht” markiert. Beim einfachen Überschreiben mit Nullen werden die Daten wirklich durch 0 ersetzt, allerdings kann soetwas wie ein magnetischer “Schatten” übrig bleiben, der sich mit mehr oder weniger Aufwand auslesen lassen könnte. Wenn man die Prozedur mit dem Überschreiben mit 1 und 0 mehrmals wiederholt, sind alle Schatten mehr oder weniger identisch und somit unbrauchbar.
Eine SSD arbeitet nicht magnetisch und daher gibt es dieses Risiko auch nicht. Hier kann ein Bit tatsächlich nur entweder 1 oder 0 sein und der vorherige Zustand lässt sich nicht rekonstruieren.