Lange, lange haben uns die 6Wunderkinder aus Berlin darauf warten lassen, aber endlich öffnet die mit Spannung erwartete Kollaborations-Plattform Wunderkit seine Tore für alle. Während Einladungen zur geschlossenen Beta in den letzten 2 Wochen heiß begehrt waren, darf jetzt jeder die neue Plattform ausprobieren.
Ich hatte die Gelegenheit, die letzten 2 Wochen schon ein wenig darin zu experimentieren. Hier sind meine Eindrücke und Gedanken zum neuen “Wunder” aus Berlin – das zu einem sagenhaften Preis Kollaborationen auch für den super kleinen Geldbeutel ermöglicht.
Task Management – (fast) wie man es von Wunderlist kennt
Kaum jemand wird durch 2011 gekommen sein, ohne früher oder später über die kostenlose und superbe Task Management Lösung Wunderlist gestolpert zu sein. Der Service, der auf zig Plattformen verfügbar ist und mit einem flotten und zuverlässigen Cloud-Sync punktet – abgesehen davon, dass er kostenlos ist – ist eine sehr gute Lösung für jeden, der einen Überblick über seine Aufgaben behalten will.
Wunderkit, der große Bruder von Wunderlist, knüpft an dem erfolgreichen Designkonzept an und entwickelt es weiter.

Willkommen bei Wunderkit
Wie ihr sehen könnt, erinnert das Task-Interface im Web stark an Wunderlist. Wenn ihr mit dieser App also schon vertraut seid, geht der Umstieg blitzschnell. Ihr könnt auch die Hintergründe anpassen, Tags zu Aufgaben hinzufügen, Listen für verschiedene Aufgabenbereiche anlegen – im Grunde alles, was ihr von wunderlist schon gewohnt seid.
Ein paar Sachen sind aber auch anders. In Wunderkit legt ihr Arbeitsbereiche für alle Projekte an. So kann ich Arbeitsbereiche für folgende Themen haben:
- AppForThat Rezensionen
- Appstorm Rezensionen
- Urlaubsplanung 2012
- NaNoWriMo 2012
Diese Arbeitsbereiche sind nicht mit Listen zu verwechseln. Stellt euch einfach vor, die Arbeitsbereiche sind separate Ordner, die nichts miteinander zu tun haben. Innerhalb dieser Arbeitsbereiche gibt es immer 3 Apps, wie sie von den Wunderkindern bezeichnet werden:
- Dashboard: Hier bekommt ihr immer eine Übersicht des aktuellen Standes in eurem Arbeitsbereich anzeigt
- Tasks: Unschwer zu erraten, hier leben eure Aufgaben, das Herzstück eines Arbeitsbereiches.
- Notes: Alle Notizen zu einem Arbeitsbereich kommen hier hinein.

Diese drei Apps sind das Herzstück eines jedes Arbeitsbereiches
Wenn ich einen Arbeitsbereich öffne, dann sehe ich im Dashboard, was gerade aktuell ist (das ist besonders im Hinblick auf die soziale Komponente von Wunderkit wichtig, die ich im nächsten Abschnitt beleuchten werde).
Innerhalb des Task-Bereiches können natürlich Listen angelegt werden, um Aufgaben besser zu organisieren (wie man es von Wunderlist kennt). So habe ich innerhalb meines Aufgabenbereiches beispielsweise folgende Listen:

Aufgabenlisten helfen beim organisieren
Das App Konzept ist natürlich auch deswegen relevant, weil es die Möglichkeit für Ergänzungen und Erweiterungen offen lässt. Eines der am meisten nachgetragen Features zur Zeit ist unter anderem die Möglichkeit, Dokumente (Dateien) an eine Aufgabe mit anzuhängen oder zumindest in Wunderkit zu integrieren. So etwas könnte ich mir gut als eigene App vorstellen.
Aufgaben lassen sich super simple anlegen. Einfach Aufgabe eintippen und fertig. Wenn ihr noch mehr Informationen hinterlegen wollt, könnt ihr das via Tags machen, die auch gespeichert und beim nächsten Mal als Liste angezeigt werden. Außerdem könnt ihr ein Datum für die Aufgabe festsetzten und eine Person als verantwortlich bestimmen.

Alles in einem Rutsch - Aufgaben in Wunderkit anlegen
Was aus meiner ursprünglichen Sicht nicht ganz so ideal gelöst war sind die Notizen zu Aufgaben. Diese waren ja ein Feature, welches auch bei Wunderlist sehr begehrt gewesen ist. Dieses Feature gibt es (erst einmal) nicht mehr. Statt dessen könnt ihr aber Kommentare zu einer Aufgabe hinterlassen oder sie “liken”, woraufhin dann ein Herzchen erscheint.
Wenn man sich einmal an das neue System gewöhnt hat, ist es eigentlich ganz clever. Kommentare zu hinterlassen geht wesentlich schneller als die Notizfunktion von Wunderlist je war. Und wenn man im Team an einer Aufgabe arbeitet oder Feedback bekommt, sieht man auch gleich, wer was geschrieben hat. Ich war im ersten Moment auch etwas verdutzt über den neuen Workflow, finde ihn aber jetzt wesentlich besser, nachdem ich mich daran gewöhnt habe.

Beschwatzt alles wichtige zu einer Aufgabe in den Kommentaren
Womit wir zur letzten App kommen, den Notizen. Diese gibt es einmal pro Arbeitsbereich. Ehrlich gesagt bin ich noch etwas im Unklaren, wie man das produktiv nutzen kann, da eine Zuordnung einer Notiz zu einer spezifischen Aufgaben nicht möglich ist und allgemeine Diskussionen zwischen Teammitgliedern im Dashboard geführt werden können.

Notizen in Wunderkit
Task Management für Gruppen mit sozialem Touch
Soweit aber erst mal genug zum eigentlichen Task Management. Natürlich ist das Sinn und Zweck von Wunderkit, aber seine eigentliche Power, zumindest wenn man dem Team aus Berlin Glauben schenken darf, liegt in der sozialen Ader des Services.
Während Wunderlist vor allem für Individuen gedacht war, aber in begrenztem Maße auch Kollaborationen erlaubte, ist Wunderkit voll und ganz darauf ausgelegt, Teams zu unterstützen und die Kommunikation zwischen Wunderkit-Usern zu vereinfachen.
Es beginnt damit, dass ihr einen neuen Workspace (Arbeitsbereich) anlegt. Diesen könnt ihr privat oder öffentlich machen. Wenn er öffentlich ist, kann da jeder reingucken. Wenn ihr ihn privat (secret) macht, nur diejenigen, die ihr da hinein einladet. Auch kann einem geheimen Workspace niemand folgen und die Statusupdate bei sich im allgemeinen Dashboard sehen.
Ihr müsst hier selbst entscheiden, wie öffentlich oder privat ihr mit euren Aufgaben umgehen wollt. Der Wunderkit Support Arbeitsbereich ist beispielsweise öffentlich und jeder kann ihm folgen. Da sieht man immer die Anfragen der andere User und die Antworten der Wunderkinder. Mein eigener Workspace für AppForThat ist privat und im Moment nur für mich und meine Gastautoren zugänglich.

Legt die Grundeinstellungen für euren Arbeitsbereich fest
Der Clou an dem ganzen Workspace ist es nun, dass alle Mitglieder des Workspaces im Dashboard alle aktuellen Änderungen zusammengefasst sehen. Alle Teammitglieder können Aufgaben kommentieren, Notizen anlegen und Aufgaben bearbeiten. Alle werden darüber benachrichtigt, so dass immer alle auf dem aktuellen Stand sind.

Das Dashboard ist Dreh- und Angelpunkt von Wunderkit
Besonders cool ist auch, dass man über kleine Hinweise unten links darüber informiert wird, wenn sich irgendwas ändert: Kommentare, neue Aufgabe, Teammitglieder die neu hinzukommen.

Da ist ein neues Teammitglied dazu gekommen
Insgesamt ist die ganze Erfahrung ziemlich genial. Ist nicht ganz so schnell und responsiv wie man sich das wünschen würde, aber dafür ist das ganze Ding eine BETA.
Wunderkit im Web, auf dem Mac & iPhone & iPad
Wie der kleine Bruder Wunderlist ist auch Wunderkit auf diversen Plattformen zu Hause. Am besten funktioniert die Task Management App natürlich im Browser. Ich habe sie in Safari laufen lassen und keine nennenswerte Probleme festgestellt. Es kam ab und an zu einigen Verzögerungen, aber das kann auch daran liegen, dass im Moment sehr viele Beta User rumtesten.
Zusätzlich gibt es eine App für den Mac (auch im Beta Stadium). Sie sieht im Grunde genau so aus wie das Webinterface. Nettes Feature ist, dass man sie auch im Vollbildschirm-Modus betreiben kann. Und wenn sich etwas in den Arbeitsbereichen ändert, die ihr abonniert oder selbst angelegt habt, hüpft das Icon im Dock auf und ab und bettelt um eure Aufmerksamkeit. Man merkt das Beta Stadium aber noch daran, dass es manchmal mit dem Nachladen von Änderungen hapert, aber da die App ganz frisch ist, wird sich das sicherlich bald bessern.
Und dann ist da noch die iPhone App. Funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die anderen beiden Oberflächen und besonderes gut hier sind die Push Benachrichtigungen, die Änderungen sofort zur Aufmerksamkeit bringen. Die Bedienung finde ich nicht ganz so gut gelungen. Man muss sich durch die einzelnen Ebenen tappen, anstatt zu sliden (ich bin vielleicht durch ZITE oder Reeder zu verwöhnt, aber ich will immer rumwischen). Ansonsten macht die iPhone App aber einen ganz passablen Eindruck.

Die Oberfläche auf dem iPhone kann verbessert werden, aber die Push Benachrichtigungen fetzen
Pro User für $4.99 im Monat & Wann man Wunderkit braucht
Bisher hatten ja viele die Frage gestellt, wie die Wunderkinder überhaupt mal Geld verdienen wollen. Wunderlist war kostenlos. Mit Wunderkit hat sich diese Frage jetzt beantwortet.
Man kann den Service als “normaler” und Pro User nutzen. Der Unterschied? Kurz gesagt: Wenn man einen Pro Account hat, kann man auch Änderungen in den Arbeitsbereichen von anderen vornehmen. Mein Gastautor Yannick kann also in meinem Workspace “AppForThat Reviews” Aufgaben anlegen und verändern. Wenn er nur normaler Nutzer ist, kann er zwar meine Notizen lesen und Aufgaben einsehen, aber nichts ändern. Da geht also der Kollaborationsgedanke ein wenig flöten.

Unterschied zwischen normalen und Pro Accounts
Ich hatte ehrlich so meine Befürchtungen, mit welchem Preis die 6Wunderkinder für diesen Service aufwarten würden. Vergleichbare Services verlangen so viel, dass es sich für kleine Arbeitsgruppen einfach nicht rentiert ($99 pro Monat und so ähnlich).
Als ich dann heute gelesen habe, dass Wunderkit nur $4.99 im Monat ist, ist mir wirklich die Kinnlade runtergeklappt. Das ist ein absolut unschlagbarer Preis und wird gerade Freelancern und Non-Profit Gruppen extrem entgegen kommen. Und großen Unternehmen kann man die Lösung aufgrund ihres Preises auch schmackhaft machen.
Wobei wir bei der Frage wären, für wen Wunderkit geeignet ist. Jeder muss natürlich für sich selbst entscheiden, was er braucht und was man bereit ist, auszugeben. Wer seine Aufgaben nur für sich alleine verwaltet, der braucht meiner Meinung nach Wunderkit nicht und ist mit Wunderlist total gut bedient. Wunderkit ist, wie bereits erwähnt, dann gut geeignet, wenn man Gruppen organisieren will. Freelancer, die zusammen arbeiten, können davon profitieren. Unternehmen, in denen kollaboriert gearbeitet wird. Gemeinnützige Organisationen … wirklich jede Art von Gruppe.
Insgesamt macht die komplette Wunderkit Umgebung einen sehr guten Eindruck, auch wenn man das BETA Label nicht ignorieren sollte. Hier und da kommt es noch mal zu Problemen, sei es, dass etwas nicht richtig lädt oder Benachrichtigungen etwas verzögert auftreten.
Aber wenn die Wunderkinder weiter entwickeln, wie sie es bisher getan haben, wird uns hier in wenigen Monaten eine ausgereifte, innovative Kollaborationsplattform zur Verfügung stehen, die mit einem aggressiven Preismodell den Markt erobern wird.
Wunderkit
Hersteller: 6 Wunderkinder GmbH

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[...] sehr schönes Review dazu hat Julia geschrieben, wofür ich mich bedanken möchte, denn dieses ist wieder erste Sahne [...]
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Sehr schöne Übersicht, danke!
Hat mir zumindest gezeigt, dass ich Wunderkit nicht brauche…ich warte lieber auf Clear
»Als ich dann heute gelesen habe, dass Wunderkit nur $4.99 im Monat ist, ist mir wirklich die Kinnlade runtergeklappt. Das ist ein absolut unschlagbarer Preis«
Nein, ist es nicht. Things, das man auch mit mehreren Personen nutzen kann, kostet 40 € einmalig pro Nutzer und ist damit nach ein paar Monaten günstiger; Backpack kostet je nach Paket um die 3 bis 4 Dollar pro Nutzer pro Monat = günstiger; Asana ist für bis zu 30 Nutzer kostenlos.
Also, das ist an sich ja eine schöne Rezension, aber das Fazit kann ich als begeisterter Nutzer webbasierter Kollaborationstools überhaupt nicht teilen. Unschlagbarer Preis? Zielgruppe sollen ja auch Familien, schulische Arbeitsgruppen und ähnliche sein. Da müsste aber jedes Teammitglied die 4,99 monatlich zahlen, um nicht nicht nur zugucken, sondern auch tatsächlich mitarbeiten zu können (was ja Sinn einer Kollaborationslösung ist).
Die kolportierten 99 Euro für professionelle Lösungen sind an den Haaren herbeigezogen. In der Größenordnung bewegen sich Pakete für Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeitern. Was bei Wunderkit 50 x 4,99 $ bedeuten würde …
Das ist aber gar nicht der Punkt. 4,99 $ pro Teammitglied wären völlig in Ordnung, wenn man wirklich halbwegs professionell damit arbeiten könnte. Aber davon kann derzeit nun wirklich keine Rede sein. Da bieten de facto alle anderen Anbietern deutlich mehr fürs gleiche Geld.
Irgendwie sitzen die Wunderkinder im Moment zwischen allen Stühlen. Private Nutzer, die willens und in der Lage wären, sich die monatlichen Kosten ans Bein zu binden, werden sich vermutlich nicht genügend finden, und berufliche Anwender brauchen einfach mehr professionelle Funktionen (z. B. zentrale Dateiablage). Und bekommen diese eben auch woanders.
Dem kann ich nur beipflichten… Mir scheint die ganze Anwendung darauf ausgelegt zu sein, durch Eye-Candy möglichst viele neue (Test-)Benutzer zu akquirieren. Das ist letztlich dann auch Argumentationshilfe bei den Geldgebern … (“Seht mal diese Benutzerzahlen”).
Der Gestaltungsnsatz erinnert sehr an Design Metaphern beim iPad, wo diese genauso wenig funktionieren (vgl. http://www.informationarchitects.jp/en/designing-for-ipad-reality-check/)
Naja, vielleicht bin ich auch gar nicht die Zielgruppe…
@ larsschulz: Na ja, das an realen Gegenständen und Materialien orientierte Design der Benutzeroberflächen (Skeuomorphismus) „funktioniert“ ja sogar sehr gut, wie der Erfolg sowohl der iOS-Geräte wie auch von Wunderlist zeigen. Allerdings muss letztlich eben auch die eigentlich Funktionalität stimmen. „Eye-Candy“ allein reicht natürlich nicht.
„Naja, vielleicht bin ich auch gar nicht die Zielgruppe“
Vermutlich.
Eine schöne Übersicht – Wunderkit startet öffentliche Beta & gibt Preise bekannt! http://t.co/Xcvx2t7E via @_appforthat_
RT @__roger: Eine schöne Übersicht – Wunderkit startet öffentliche Beta & gibt Preise bekannt! http://t.co/Xcvx2t7E via @_appforthat_
RT @_AppForThat_: Ein erster Blick auf #wunderkit und die Preisstruktur | AppForThat http://t.co/2jUduUwB
4.99 EUR / Monat? Da hat mit ja wenigstens einen Mehrwert. Was soll das Kit eigentlich? Komplett verwirrend und eine saumäßige Benutzerführung. Macht keinen Spaß, sorry. Und um den Spaß geht ja letzten endes, wenn man jeden Tag damit im Clinch liegt.
wollte “mite” schreiben. Sorry
http://mite.yo.lk/
Hallo Julia,
kannst du mir bitte sagen welches Kommentar Plugin du hier verwendest?
Danke sehr!
Das Ding heißt Social und ist von Mailchimp
http://mailchimp.com/social-plugin-for-wordpress/
[...] app for that: Wunderkit startet öffentliche Beta & gibt Preise bekannt! Schöne Beschreibung und Dokumentation des “alten” Preismodells. [...]