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Home» iPad » The Hit List – Totgesagte leben länger oder Warum ich meine Lieblingsapp nicht nutze

The Hit List – Totgesagte leben länger oder Warum ich meine Lieblingsapp nicht nutze

27. April 2012 | von Julia | iPad, iPhone, MacApps, Meinung

Wie jeden Tag habe am Montag in den App Store geschaut, welche Apps mich mit Updates beglücken. Die frustrierendste Meldung für mich ist ja, dass alle Apps auf dem aktuellsten Stand sind. Das ist langweilig. Aber am Montag tauchte im Update-Bildschirm auf einmal ein Icon auf, welches ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte: The Hit List winkte mit einem Lebenszeichen!

Die initiale Freude darüber relativierte sich aber schnell nachdem mir wieder bewusst wurde, warum ich die App zur Aufgabenverwaltung nicht mehr nutze, obwohl sie eine der besten ToDo Apps auf dem Mac ist.

Die App überzeugt…

Als ich Mac User geworden bin, das war damals Ende 2006, habe ich natürlich vor allem nach Apps gesucht, mit denen ich meine vertraute Windows Software ersetzen konnte. Eher durch Zufall bin ich über THL gestolpert und war restlos begeistert.

Selbst in den ersten Beta-Versionen damals überzeugte die App mit einer wunderbaren Oberfläche und einem Workflow, der durchdacht und flexibel war. Für jemanden wie mich, der eher chaotisch veranlagt ist, war die App ein wahres Geschenk: Ich konnte sie an meinen Arbeitsfluss anpassen und dann war es nur noch der minimale Aufwand, die Aufgaben einzupflegen. Was ich bisher nirgendwo so wiedergefunden habe war die Möglichkeit, Smarte Listen anzulegen, die nach Tag bzw. Kontext filtern bzw. nach anderen Eigenschaften und sich so dynamisch anpassen. Super einfach, super flexible und super nützlich.

Natürlich bin ich zwischendurch untreu geworden. Things habe ich eine ganze Weile genutzt. Auch diese App überzeugt mit einem sehr schicken Design, aber für meine Zwecke war sie nicht flexibel genug, um mich richtig zu unterstützen. Ich kehrte zu THL zurück.

Als dann das iPhone bei mir einzog, wollte ich meine Aufgaben natürlich auch dort verfügbar haben, ohne zwei verschiedene Apps pflegen zu müssen. Wie der interessierte Leser sich erinnert, erschien die iPhone App für THL aber erst im Juli 2011. Ich bastelte mir deswegen einen eigenen Workflow – via der Kalendersynchronisation zwischen THL und iCal konnte ich meine Aufgaben dann auf die App 2do auf dem iPhone und iPad weiterleiten. Es hat eine ganze Menge probieren gebraucht, bis ich es endlich richtig aufgesetzt hatte, aber es ging. 2do hat mich deswegen für sich gewonnen, weil ich dort die gleiche intelligente Filterlogik anwenden konnte, wie ich sie von THL auf dem Mac kannte.

Für eine Weile war es eine richtig geniale Lösung. Ich hatte meine Desktop App (ohne die ich kein GTD machen kann) und ich hatte meine Aufgaben immer dabei. Selbst jetzt ist 2do aus meiner Sicht eine der besten GDT Apps für das iPhone und iPad. Punkt.

Als dann endlich die iPhone App herauskam, war ich eine der ersten, die sie gekauft hat. Endlich – endlich! – keine Workarounds mehr! Ich war sogar bereit, für den Cloud-Sync zu bezahlen, nachdem die Probierzeit abgelaufen war und machte das auch. Aber so richtig glücklich wurde ich nicht. Einerseits vermisste ich auf dem iPhone einfach den “ease of use” der Mac App, die Einfachheit und Eleganz, die mich so begeisterte.

Die iPhone App von THL erinnert mich zu stark an die Things App und zwar an die Version vor dem letzen Cloud Update. Inzwischen ist diese optisch ansprechender und viel einfacher zu bedienen, als das noch vor Jahren der Fall gewesen ist.

Nun hatte ich aber für all diese Apps bezahlt und so richtig von The Hit List trennen wollte ich mich nicht. Ich hätte auch fast das Jahresabo vom Sync Service gekauft, wenn da nicht ein Haken wäre.

… der Entwickler überzeugt aber nicht

Ich brauche Vertrauen zu einem Entwickler. Speziell zu einem Entwickler, der eine für mich absolut wichtige App betreut und GTD ist für mich die Basis von allem: Ich muss den Überblick über Anfragen, App Reviews und Hardware Tests behalten. Ganz zu Schweigen von News und anderen Sachen, die sich einfach mal so dazwischen mogeln.

Da gibt es nur sehr wenig – bis gar keinen – Spielraum für Ausfälle oder Probleme. Fairerweise muss man sagen, dass für mich THL immer völlig ohne Probleme funktioniert hat. Das ist wirklich beeindruckend wenn man bedenkt, wie viele Iterationen von Mac OS und iOS inzwischen erschienen sind. Aber THL hat immer ohne Murren gearbeitet und mich unterstützt.

Nur ist der Entwickler praktisch nicht erreichbar. Er taucht mal auf, um einen Screenshot bei Facebook zu posten oder um ein Update rauszuhauen, aber dann verschwindet er wieder im stillen Kämmerlein und ist nicht ran zu bekommen, weder via Email, Twitter oder sonstiger Kanäle. Es gibt User, denen er geantwortet hat, aber das ist die absolute Minderheit.

Für mich stellt sich dann die Frage: Was mache ich, wenn ich doch mal Probleme habe? Ich meine, wenn ich für eine App bzw. einen Service bezahle, dann steht mir irgendwo ein gewisser Support zu und sei es nur, dass mir bestätigt wird, dass meine Angelegenheit aufgenommen wurde und bearbeitet wird.

Und egal wie sehr die User in der Google User Group darum betteln, Andy Kim lässt sich nicht überzeugen, mit seinen Usern zu kommunizieren. Natürlich ist es verständlich, dass man als einzelner Entwickler viel um die Ohren hat, aber andere schaffen das auch und ich denke, dass Kommunikationen via Facebook, Google+ und insbesondere Twitter dabei helfen, den Entwickler vertrauenswürdig erscheinen zu lassen. Damit zeigt man, dass man offen und erreichbar ist und ein offenes Ohr für seine zahlenden User hat.

Das fehlt mir bei THL leider völlig und ich sträube mich, meinen gesamten Workflow auf ein System aufzubauen, von welchem ich nicht weiß, ob es noch weiter entwickelt wird oder ob der Entwickler klammheimlich alles eingestellt hat. Was absolut schade wäre, weil THL nun mal so genial ist.

Und was ist die Lösung?

Für mich war es leider so, dass ich mich absolut schweren Herzens von THL getrennt habe, auch wenn ich nach wie vor irgendwie nicht komplett davon loskomme.

Zugegeben, diesmal war die Entscheidung einfacher, da Things seit einiger Zeit seinen Cloud-Sync als Beta freigegeben hat und ich so meine Aufgaben unkompliziert und schnell auf verschiedenen Macs, auf meinem iPhone und auf meinem iPad dabei haben kann. Ich bin nicht so happy damit, dass ich meine Aufgaben manuell zwischen Projekten hin- und herschieben muss und dass es keine intelligenten Filter bzw. Listen gibt. Das ist halt genau das, weswegen THL für immer mein Herz haben wird.

Aber praktikabel, stabil und sicher ist nun mal Things und deswegen habe ich mich mit diesem System arrangiert. Das soll nicht heißen, dass ich Things nur dulde. Keineswegs! Mit dem neuesten Update gibt es ja die “Daily Review” in der anstehende Aufgaben in “Today” gelb hinterlegt angezeigt werden. Das ist ja schon sowas wie eine intelligente Liste und lässt darauf hoffen, dass dieses Prinzip irgendwann mal App-weit Einzug hält. Und inzwischen habe ich mich auch an die Optik des Things Interfaces gewöhnt und finde, dass sie durchaus sexy ist.

Trotzdem werde ich aber weiter auf ein Wunder in Bezug auf THL hoffen – auf einen Umschwung des Entwicklers, auf die Übernahme des Projektes durch einen anderen Entwickler … irgendetwas, was mir das Vertrauen gibt, mich voll und ganz auf diese App einzulassen und ihr ein Projekt anzuvertrauen, welches im Moment über 45.0000 Leser im Monat hat.

Was ist eure Meinung zum Thema Apps, Entwickler und Außenkommunikation? Seht ihr es wie ich oder nehmt ihr das gelassener? Lasst mich eure Meinung in den Kommentaren wissen!

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2do, Aufgabenverwaltung, GTD, The Hit List, Things

17 Kommentare auf “The Hit List – Totgesagte leben länger oder Warum ich meine Lieblingsapp nicht nutze”

  1. hochzehn sagt:
    27. April 2012 um 09:15

    RT @_AppForThat_: The Hit List – Totgesagte leben länger oder Warum ich meine Lieblingsapp nicht nutze | AppForThat http://t.co/rP8TuEzt

  2. stargOOse sagt:
    27. April 2012 um 09:35

    Ich hab auch so ziemlich alles durchgeturnt und bin immer wieder bei things gelandet. Ich habe wie so viele die lange Durststrecke ohne sync durchleben müssen. Ich hab sogar auf meinem zweiten Monitor das “I want to believe” Hintergrundbild von Cultured Code. Seit der sync beta ist das Thema für mich endlich durch. Das Synchronisieren funktioniert einwandfrei und das ohne darüber nachdenken zu müssen. Kein Button den man noch klicken muss, wie bei omnifocus. Thema durch. Let’s get things done.

  3. martin sagt:
    27. April 2012 um 10:14

    Ist bei Things doch ähnlich. 2 Jahre am Sync herumzutüfteln ist doch wirklich lächerlich. Das kommt mir vor, wie ein Haufen Hobbyprogrammierer, die sich 1-2x im Monat treffen um mal ein bißchen herumzuprogrammieren.
    Schön, der Sync funktioniert in der beta wohl ganz gut. Aber bitte.. alles andere wäre angesichts der Entwicklungszeit doch nur ein Witz gewesen. Außer Bugfixes kam die letzten Jahre doch nichts. Wenn man sich dann mal den Preis der Apps ansieht, finde ich das schon fast Abzocke. Als Kunde fühle ich mich hier definitv schon lange verarscht, und wenn man sich das Forum mal so durchliest, geht es etlichen so..

  4. Thomas sagt:
    27. April 2012 um 14:32

    Ich hab auch ziemlich viel Ausprobiert…

    Irgendwie wird man ohne THL nur schwer glücklich… Habe dann labge Zeit ohne gearbeitet (Back to roots: Zettel)

    (Ich war nicht bereit für Sync zu zahlen, sollen gefälligst iCloud Nutzen)

    Jedenfalls, mit Reminders bin ich sehr zufrieden… Kann Listen erstellen & sehe meine Todays, nett fände ich nur todos ganztägig einrichten zu können… Und mit der Mac App wirds für mich perfekt.

    Btw. Things am iPad fand ich sehr nett!

  5. Helmut sagt:
    28. April 2012 um 11:05

    Ich benutze auch Things. Mit der neuen iCloud Sync in der Beta bin ich recht zufrieden. Ich hatte auch schon Sorge das Cultured Code das Projekt fallen lässt.
    Aber seit dem App-Store dürfte wegen der fehlenden Möglichkeit kostenpflichtiger Updates das Interesse der Entwickler geringer sein. Ich hoffe Apple bessert in dem Punkt noch nach. Updates dürfen gerne etwas kosten.

    • Thomas sagt:
      28. April 2012 um 11:42

      Sehe ich anders, Versionssprünge sollten nichts kosten (siehe Camera+, etc…) Jedoch wenn ein Programm vom Grund auf Neugeschrieben wird (z.B. Safari Leopard -> Safari Mountain Lion ist das eine Reihe großer Interface und Core Änderungen: -> sollte man das Nachfolge App vergünstigt bekommen…

      Aber: ich würde niemals für Reeder Updates zahlen, selbige mit Wallet, Djay oder die iWork und iLife Palette – sollte Apple für die Reihe Geld verlangen (kommende Version) werde ich nicht updaten….

  6. geekovation sagt:
    29. April 2012 um 11:45

    Der Entwickler überzeugt aber nicht… Es ist leider ein Fehlschluss anzunehmen, dass Du mit dem Erwerb der Lizenz auch Support erworben hast. In der Software-Branche gibt es in der Regel dazu sog. Wartungs- und Supportverträge. Bei einer App für wenige Euro ist es auch für den Entwickler sicherlich unmöglich Support zu liefern. Er kann sicherlich gern die Fehler aufnehmen und in einer späteren Version beheben, aber es liegt in seinem Ermessen wann das passiert.

    • Julia sagt:
      29. April 2012 um 11:59

      Ich bin mir über die rechtliche Lage durchaus im Klaren, aber ich vergleiche THL mit anderen Apps der gleichen Kategorie bzw. mit anderen erfolgreichen Apps, die ebenfalls nur von einer einzelnen Person entwickelt wurden. Und diese Personen bekommen es nun mal hin, mit ihren Kunden zu kommunizieren, regelmäßig Updates rauszubringen und zeitnah neue Funktionen zu implementieren. Das schafft Andy Kim nicht und das ist es, was ich kritisiere.

      In den letzten 2 Jahren hat es bei The Hit List mehrfach den Anschein gehabt, als ob die App einfach aufgegeben wurde, was ein Schlag ins Gesicht für alle war, die nicht unerheblich Geld da hinein investiert haben. Und mir kann niemand erzählen, dass ein wöchentliches Statusupdate via Twitter so sehr die zeitlichen Ressourcen angreift, dass man das nicht realisieren kann.

      Und du darfst nicht vergessen: Der Sync Service von THL ist kostenpflichtig – du abonnierst ihn auf Monats- oder Jahresbasis. Wenn ich dafür kontinuierlich Geld zahle, erwarte ich einfach, dass der Entwickler wenigstens zu erreichen ist, was eben nicht oder kaum der Fall ist.

  7. noop sagt:
    30. April 2012 um 18:04

    omnifocus mag ja ein wenig unpraktisch zu syncen sein, sauteuer ist es allemal. Aber damit erkauft man sich auch einen total professionellen und schnellen support. Jede Anfrage wurde mir bisher innerhalb 24 Stunden beantwortet, auch mehrfache Nachfragen.
    Updates gibt es immer wieder in allen Versionen.
    Und es ist das flexibelste System (OK THL habe ich noch nicht probiert)

  8. torstenb sagt:
    1. Mai 2012 um 21:20

    Nach Things und THL arbeite ich mit Todo von Appigo. Hier funktioniert der iCloud Sync sehr gut.

  9. Kora sagt:
    3. Juni 2012 um 13:15

    GTD Apps habe ich auch bis zum Abwinken ausprobiert – Things, Omnifocus, etc. – bis ich schliesslich bei der Wunderlist gelandet bin. Die App ist einfach gestrickt, für jede Plattform erhältlich, Cloud-Sync und kostenlos… hat mich bislang als einziges überzeugt, hab sogar darüber geschrieben: [Link entfernt]

    • Julia sagt:
      3. Juni 2012 um 13:37

      Hallo Kora,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe den Link zu deiner Seite entfernt, da der Inhalt dort keinen Mehrwert für die Leser meines Artikels bietet und ich vermeiden möchte, dass die Kommentare als Werbeplattform für fremde Seiten genutzt werden. Dein Content hat mit GTD sonst nichts zu tun.

      Ich danke dir für dein Verständnis.

  10. nmuenzner sagt:
    5. Juni 2012 um 14:25

    Hallo Julia,

    ich habe gestern bei der Neuinstallation des Mac auch endlich mal die Testversion von The Hitlist installiert, 1 Monat Sync gebucht & die iPhone App gekauft.
    Was mir fehlt, ist ein Zugrif via Web o.ä. mit einem Windows PC (beruflich). Bei Things, OF etc hatte ich die selben Themen, aber als ich mich an Deinen Artikel hier erinnert habe und nun von Deinem iCal/2Do Workflow las, wurde ich hellhörig! Kannst Du mal kurz beschreiben, wie Du diese Synchronisation eingerichtet hast? Wäre super! cu, Niels

    • Julia sagt:
      5. Juni 2012 um 18:48

      HI Niels,

      ich hab dir mal den Link zu meinem damaligen Blog angehängt, da hatte ich es erklärt. Das ist jetzt aber auch schon ewig her; weiß nicht, ob das noch so geht.
      http://ikreateit.com/2010/integrate-the-hit-list-with-2do-tasks-on-your-iphone/

      • nmuenzner sagt:
        6. Juni 2012 um 19:22

        Spitze, danke. Werde ich mir heute Abend mal anschauen!

  11. nmuenzner sagt:
    5. Juni 2012 um 14:30

    Zu Deinem Artikel kann ich Dir übrigens zu beipflichten: ein Entwickler, der nicht ein Mindestmaß an Support bietet geht gar nicht!
    Es gibt so viele positive Beispiele von Einzel-Entwicklern, die zB via twitter kurz & effizient mit Ihren Usern bzw. Käufern kommunizieren, das ist doch das Mindeste. In Ansätzen ist dies wohl auch bei The Hitlist vorhanden (https://twitter.com/#!/thehitlist), ob das zufriedenstellend ist, muss ich abwarten.

    • Julia sagt:
      5. Juni 2012 um 18:49

      Das Problem mit Andy Kim ist, dass er zwar an und an Updates veröffentlicht und auch mal einen Tweet absetzt, aber ansonsten komplett unsichtbar ist. Keine monatlichen Statusmeldungen, keine gar nichts. Nur ein “Ich hab hier was gefixt, ich geh jetzt für den iPad programmieren” und dann hört man wieder ein halbes oder ein Jahr nichts von ihm.

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