Cleveres Marketing und faszinierte Blogger haben Realmac in den letzten Wochen einen wahren Hype um die neue Todo-App Clear beschert. Ein innovatives, gestenbasiertes Bedienkonzept soll die neue App von der Konkurrenz abheben.
Was genau Clear kann, worin die Vorteile der App liegen und für wen sie geeignet ist, schauen wir uns im Folgenden genauer an.
GTD vs Listen
Normalerweise mache ich die Nutzeranalyse am Ende einer Rezension, aber Clear ist so speziell, dass ich gleich zu Anfang darüber sprechen möchte, für wen die App geeignet ist.
Das Teaser Video, welches uns Realmac vor Kurzem präsentiert hat, deutete schon auf Grundstrukturen der App hin: Listen als Struktur mit einzelnen Aufgaben, die man sortieren konnte um ihre Priorität festzulegen.
Schon in meinem ersten Artikel äußerte ich den Eindruck, dass die App einen sehr “simplen” Eindruck macht. Damit ist gemeint, und es hat sich in meinen Tests bestätigt, dass sie vor allem für diejenigen geeignet ist, die eine einfache, aber sehr komfortabel zu bedienende Todo Liste suchen.
Wer im Moment mit Things, The Hit List, Wunderlist oder Omnifocus unterwegs ist, wird an Clear aus produktiver Sicht wenig Freude haben. Die App unterstützt keine Kontexte, Tags oder Assoziationen. Ihr könnt keine Deadline bzw. ein Startdatum festlegen, keine Strukturen mit untergeordneten Aufgaben anlegen und keine Notizen zuordnen.
In dieser Hinsicht ist Clear sogar weniger mächtig als die Standard-Reminder App, die mit iOS 5 eingeführt wurde. Diese erinnert euch immerhin auch Aufgaben und kann das nicht nur zeit- sondern auch ortsgesteuert machen.
Clear kann nur eines: Listen erzeugen. Aber, und das muss man trotz des eingeschränkten Funktionsumfangs zugeben, was es kann macht es verdammt gut.
Gestenbasierte Interaktion
Ehe ich auf die Details eingehe, ist es vielleicht am Einfachsten, wenn ihr euch erst mal das offizielle Video zu Clear anschaut. Wenn ihr das Englisch nicht versteht, ist es nicht schlimm. Schaut euch einfach mal an, wie man mit Clear interagiert.
Ich denke, es wird sofort deutlich, dass Clear eine App ist die ausschließlich mit Gestenbedient wird. Es gibt kein “+”, mit dem man neue Listen oder Aufgaben anlegt. Keinen Delete- oder Edit-Button.
Um eine neue Aufgabe oder Liste anzulegen, zieht die Listen- bzw. Aufgabenübersicht nach unten. Um zwischen Listen oder Aufgaben etwas Neues einzufügen, schiebt ihr die umgebenden Elemente mit zwei Fingern einfach auseinander (Zoom-Geste). Mit Wischgesten könnt ihr Aufgaben (und Listen) als erledigt markieren bzw. löschen.

Mit Gesten kann man in Clear so ziemlich alles machen
Es lässt sich wirklich nur schwer in Worte fassen, aber die Bedienung ist wirklich sehr einfach und vor allem: Sie geht schnell! Kein lästiges Tappen durch zig Menüs, um einen Eintrag anzulegen. Wer schon mal in der normalen Reminder App eine Einkaufsliste anlegen wollte, weiß dass das durchaus mehrfaches Tappen bedingt und nicht ganz so intuitiv ist (wenn man es nicht täglich macht) wie man es sich wünschen würde.
In Clear ziehe ich den Screen nach unten und habe eine neue Liste. Ich tappe die Liste und “boom” – ich kann Einträge anlegen. Es ist wirklich nur noch eine Sache von Sekunden, eine ganze Einkaufs- oder Aufgabenliste anzulegen. Um in eine “höhere” Ebene zu kommen, “pincht” ihr einfach die Aufgaben zusammen und schwupps seid ihr in der Listenübersicht. Pincht ihr diese auch zusammen, dann kommt ihr ins Menü. Geht alles super fix.

Einfache Strukturen erlauben schnelles Navigieren
Tips & Tricks
Da die Bedienung von Clear damit schon erklärt ist, hier noch ein paar andere nützliche Hinweise: Ihr könnt das Aussehen der Listen anpassen. Das geschieht via der Einstellungen. Hier werden schon verschiedene Themes mitgeliefert. Durch Antappen der Themes bekommt ihr sofort anzeigt, wie die Liste dann aussehen wird. Mir ist das Standardtheme mit Orange und Rot einfach zu stressig, da fühle ich mich unter Druck gesetzt, also habe ich es auf ein entspanntes Grün gesetzt.

Wählt ein Theme, welches euch am besten gefällt
Habt ihr Tweetbot installiert, bekommt ihr ein Bonus-Theme dafür. Folgt ihr dem Team von Clear – irgendeinem der Entwickler – via der Einstellungen auf Twitter, bekommt ihr noch das Scorched Theme extra hinzu.
Mehrere User hatten sich auch über die Limitierung der Textlänge auf 28 Zeichen mokiert. Sprich: Einträge werden nie zweizeilig sein und müssen kurz gefasst werden. Irgendwie verständlich bei dem Design, aber unter Umständen auch lästig. Dank meiner cleveren Twitter Timeline, namentlich @pixelgraphix, wurde ich auf einen Trick aufmerksam: Diktiert einfach eure Aufgabe via Siri. Funktioniert einwandfrei, auch wenn ihr dann vielleicht eine Lupe braucht, um den Eintrag noch lesen zu können.

Dank Siri könnt ihr auch lange Einträge verfassen
Fazit
Der Hype um Clear ist aus meiner Sicht teilweise gerechtfertigt. Die Bedienung der App ist wirklich ein Kinderspiel und aus meiner Sicht eine der einfachsten, die ich bisher erlebt habe. Ich selbst mag ja die Reminder App gar nicht mehr, weil man dort einfach zu viel rumtappen muss, um ans Ziel zu kommen. Andere ToDo Apps sind für einfache Listen zu komplex. Für mich muss es schnell gehen, denn eine Liste ist immer nur Mittel zum Zweck. In dieser Hinsicht glänzt Clear und macht dem ganzen Rummel alle Ehre.
Dabei darf man aber nicht vergessen, und das ist die Kehrseite, die in vielen Lobpreisungen untergeht, dass Clear auch wirklich nur eine Listen-App ist. Sonst gar nichts. Wer Wert auf etwas umfangreichere bzw. detailliertere Aufgabenverwaltung legt, wird mit Clear nicht glücklich werden, da diese App nicht als GTD-Unterstützung konzipiert ist.
Sollte man sich dann also Clear kaufen? Wenn ihr richtiges Task Management betreiben wollt, dann nicht. Ihr werdet verzweifeln. Legt ihr Wert darauf, an Aufgaben erinnert zu werden, dann solltet ihr eher auf die Reminder App zurückgreifen. Wollt ihr aber einfach nur eine Listen-App, die super einfach zu bedienen ist, dann ist Clear definitiv eine gute Wahl.
Da die App als Listen-App und nicht als GTD Lösung angepriesen wird und mit dem innovativen Bedienkonzept durchaus begeistert, gibt es 4 von 5 möglichen Sternen, da auch im Promo-Video deutlich sichtbar ist, was die App kann und vor allem, was sie nicht kann und somit keine überzogenen Versprechen gemacht werden.
Rating: 



ClearHersteller: Realmac Software Limited
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RT @_AppForThat_: Clear – Todo App mit innovativem Bedienkonzept aber limitierten Funktionen | AppForThat http://t.co/GcCHkk0O
Ich denke mal, der Hype basiert weniger darauf, dass Clear die absolut beste ToDo-App aller Zeiten wäre. Sondern eher auf dem tatsächlich völlig neuen Bedienkonzept.
Ich erinnere mich, als Tweetie 2 (oder war es eine andere App?) rauskaum und plötzlich alle deren “pull-to-refresh” nachgemacht haben. Sowas wird jetzt vermutlich auch passieren, mit Clears UI.
Davon abgesehen finde ich Clear tatsächlich genial und genau auf meine Bedürfnisse zugeschnitten. Alle anderen ToDo-Apps waren für mich immer viel zu überladen. Mir reicht eine einfache Liste, nach Priorität sortiert, und schnell bedienbar.
Deiner Meinung zur Überladenheit der anderen ToDo-Apps kann ich nur beipflichten, aber Clear ist absolutes Hype-Produkt – totaler Schrott.
Hmmm…”totaler Schrott”, das heißt, es ist nichts, aber auch gar nichts gutes an der App?
Ich sehe einiges an Verbesserungspotential an Clear, aber “totaler Schrott” ist genau so eine ernstzunehmende Aussage wie “beste App aller Zeiten”.
Mal wieder ein schöner Artikel, macht immer wieder Spaß sich hier zu informieren.
Ich habe mir Clear gleich nach erscheinen zugelegt. Ich finde diese App ist sehr gut gelungen und für Minimalisten genau das richtige. Sicher ist Clear für Leute die ständig mit Terminen etc. zu tun haben nicht geeignet aber ich denke gerade wegen der simplen Bedienung wird diese App mit Sicherheit ihre Freunde finden. Ich bin mit sehr zufrieden mit Clear, die App ist für mich genau richtig und schon kräftig im Einsatz
Danke für den Artikel.
Mir fehlt noch irgendein cloud sync!
Sonst finde ich es von der Bedienung klasse!
Ich komme auch eher von den großen GTD Softwarepaketen, wie Todo or Things. Was mir wirklich gut gefällt, ist die schnelle Handhabung. Da ich jedoch mit zwei Apple Produkten arbeite, kann ich Clear (vielleicht nur aktuell) ohne Sync nicht nutzen. Für dien ganz kurze oder schnelle Erinnerung ist es aber eine tolle Lösung, wobei Eure Ideen nicht zu umfangreich seien sollten, da am Ende der Zeile mit Schreiben definitiv Schluss ist….alternativ, wie hier schon beschrieben bleibt noch das hauseigenen Apple Tool.
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