Fast einen Tag habe ich nun das iPad 3 – Verzeihung: Das neue iPad und habe natürlich bereits so viel wie möglich damit ausprobiert. Meine Eindrücke – sowohl die positiven als auch nachdenklichen – sowie ein paar Fotos, die mit der neuen iPad Kamera aufgenommen wurden, könnt ihr im folgenden Artikel lesen.
Der Wechsel – iCloud geplant, iTunes nötig
Von einem iDevice auf ein anderes wechseln wird immer einfacher: Während früher ein manueller Backup via Rechner und iTunes zwingend notwendig war, kann das heute alles via iCloud erledigt werden.
So hatte auch ich es gehalten: Mein iPad 2 brav in die iCloud gesichert und dann das neue iPad geplant, von der Wolke wieder herzustellen. Das ging auch prinzipiell alles ganz gut und dauerte etwa 15 Minuten, bis der iPad mich mit meinem altbekannten Wallpaper anstrahlte.
Nur mit den Apps hakte es etwas – die gleiche Erfahrung hatte ich damals beim Wechsel von iPhone 4 auf das 4S gemacht. Die Apps waren zwar “da” – ich konnte die Icons sehen – aber sie mussten noch einmal herunter geladen werden (das ist normal bei einem Restore). Das Problem war, dass dieser Prozess einfach kein Ende nahm.
Schließlich verband ich das iPad via USB Kabel mit meinem iMac und stupste iTunes an. Das dauerte aufgrund der knapp 100 Apps auf dem iPad dann zwar immer noch ein paar Minuten, aber immerhin geschah etwas.
Von den 100 Apps hatte ich dann bei etwa 5 Probleme: Teilweise stürzten sie sofort nach dem Start ab oder dann bei der Nutzung. Ein einfaches Löschen vom iPad und neu Installieren via iTunes hat aber geholfen und bis auf eine App laufen jetzt alle ohne Probleme.
Das Retina Display
Das neue Display ist natürlich das Feature, welches im Moment in alle Munde, allen Twitter-Streams und allen Facebook-Posts ist. Und das ganz zurecht.
Ich muss davor sagen, dass ich mit dem Display meines iPad 2 aber auch schon völlig zufrieden war, und dann obwohl ich ein iPhone mit Retina Display hatte. Ich hab die beiden aber nie miteinander verglichen.
Das Retina Display des neuen iPad ist aber der Hammer! Zuerst fällt es einem gar nicht auf. Aber wenn man dann bewusst Text anschaut, haut es einen einfach aus den Socken. Klar, Bilder und Icons sehen auch besser aus, aber meiner Meinung nach macht sich das Retina Display vor allem bei Text deutlich bemerkbar.
In einem Review-Video, entweder von Jason Snell oder von The Verge, kam die beste Beschreibung dazu: Das iPad Screen gleicht jetzt einem “leuchtenden Stück Papier”. Die Schrift ist scharf, wie in einem Print-Magazin.
Natürlich bin ich auch ganz nah an das Display herangekrochen, bis ich geschielt habe. Selbst kurz bevor meine Augen in verschiedene Richtungen abgeglitten sind, habe ich noch keine Pixel sehen können. Und wenn ihr das iPad in einer ganz normalen Lesedistanz haltet, werdet ihr einfach nur begeistert sein. Ich erkläre die Pixel hiermit endgültig für tot.

Ein 100% Ausschnitt von Instapaper auf dem neuen iPad: So sieht der Text tatsächlich aus.
Die Diktierfunktion
Das neue iPad hat kein Siri spendiert bekommen, dafür aber die bereits vom iPhone und iOS 5 bekannte Diktierfunktion. Sie ist standardmäßig deaktiviert, kann aber in den Einstellungen angestellt werden. Der Grund, aus dem diese Funktion erst mal nicht aktiv ist: Das iPad wandelt eure Sprache nicht eigenständig in Text um. Wie auch beim iPhone werden dabei Daten an Apple Server gesendet, die das ganze umrechnen und dann den Text zurück liefern. Ihr müsst bei der Aktivierung noch zustimmen, dass diese Übermittlung von Daten stattfinden darf.

Dank Diktierfunktion könnt ihr jetzt schnell und bequem längere Text verfassen
Damit ist auch klar, dass die Diktierfunktion nur funktionieren kann, wenn ihr eine Internetverbindung habt. Dabei ist es egal, ob ihr in einem WLAN Netz seid oder via 3G surft. Letzteres ist in der Regel etwas langsamer, aber insgesamt funktioniert es ganz zuverlässig.
Die Diktierfunktion ist bereits “out of the box” sehr gut, aber sie wird besser, je länger ihr mit ihr redet. Sie gewöhnt sich an eure Stimme und euer Sprachmuster, so dass die Erkennungsgenauigkeit mit der Zeit steigt.
Maße und Gewicht
Dass das neue iPad im Vergleich zum iPad 2 zugenommen hat, hat mich schon bei der Keynote von Apple nicht begeistern können. Während es den Herren der Schöpfung wahrscheinlich gar nicht auffällt, merken meine kleineren Frauenhände den Unterschied durchaus.
Überraschenderweise sind es aber nicht die 0,6mm, die sich bemerkbar machen, sondern die wenigen Gramm, die das neue iPad nun zusätzlich auf die Waage bringt. Die spüre ich deutlich. Das iPad 2 habe ich ja schon als nicht besonders leicht empfunden, wenn man es längere Zeit mit einer Hand gehalten hat. Beim neuen iPad merke ich das Plus an Gewicht sofort. Wahrscheinlich werde ich mich daran gewöhnen und mir ist auch klar, dass irgendwo die ganzen Bauteile ja auch etwas wiegen, aber weniger Gewicht wäre mir wirklich lieb.
Die andere Dicke des iPad wirft aber natürlich auch die Frage auf, welches Zubehör denn jetzt auf das neue Apple Device passt. Kann man iPad 2 Zubehör problemlos weiterverwenden oder braucht man Neues? Ich hab bereits einige Hersteller angeschrieben und hoffe euch bald ausführlicher von iPad “3″ kompatiblem Zubehör berichten zu können.
Die neue Kamera
Während sich an der Kamera an der Vorderseite des iPad nichts geändert hat, wurde der iSight Kamera hinten eine 5MP Linse spendiert. Die zugrunde liegende Technologie ist die gleiche wie beim iPhone.
Die Kamera im iPad 2 habe ich ja immer als schlechten Scherz empfunden. Selbst bei halbwegs ordentlichen Verhältnissen hat sie körnige und pixlige Bilder geliefert. Wie gut die Kamera im neuen iPad ist sollen euch die folgenden Fotos zeigen, die ich heute bei wunderbarem Wetter an der Elbe aufgenommen habe.
Hinweis: Diese Bilder wurden in iPhoto für iPad bearbeitet und die Farbsättigung etwas nach oben gesetzt. Warum? Weil ich praktisch nie unbearbeitete Bilder auf dem iPhone und iPad mache; ich jage die immer durch eine Fotoapp.





Lohnt sich der Wechsel? Oder tut’s das alte iPad auch?
Das ist eine sehr persönliche Frage, deren Antwort bei jedem unterschiedlich ausfallen wird. Hier aber mein Eindruck nach einem Tag mit dem neuen iPad.
Wer bisher mit seinem iPad 2 glücklich gewesen ist, braucht nicht zu wechseln. Ihr habt das iPad 2 gerade mal ein Jahr und es ist immer noch ein geniales Stück Technik. Ja, das Retina Display des neuen iPad ist super und so, aber dafür das Geld in die Hand zu nehmen lohnt aus meiner Sicht nicht. Es sei denn, ihr habt die Kohle und wisst nicht, wohin damit. Das iPad 2 wird es auch noch ein weiteres Jahr tun und ich denke, dass der Sprung auf das neue Modell in 2013 dann wesentlich lohnender sein wird.
Wenn ihr bisher ein iPad 1 gehabt habt, dann sieht es natürlich schon anders aus. Die bessere Hardware und damit auch bessere Performance der Software stellen einen deutlichen Sprung gegenüber dem originalen iPad dar. Auch der Formfaktor des iDevices selbst ist meiner Meinung nach angenehmer. Dieser Update Sprung macht in meinen Augen definitiv mehr Sinn.
Alles in allem ist das neue iPad im Grunde eine “gepimpte” Version des iPad 2 mit besserem Display und besserer Kamera. Wer diese beiden Features im iPad 2 schmerzhaft vermisst hat, wird vom neuen iPad nicht enttäuscht werden. Wer bisher auch ohne zurecht gekommen ist, kann das Geld in der Bank lassen und sollte dann erst nächstes Jahr zuschlagen.
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Hallo, Du hattest mal das Canvas SwitchEasy Cover für das iPad 2 getestet.. Passt diese am iPad “3″ immer noch? Danke.
Hi Torsten,
da ich mein iPad 2 mit der Canvas Hülle an einen Kollegen abgetreten habe, kann ich das erst am nächsten Freitag testen. Ich werde aber über das Ergebnis berichten.
Der Coverbuddy von Switcheasy passt irgendwie aber nur schmerzhaft. Man merkt gleich das es nicht fuer das iPad 3 gemacht wurde. Zudem sind dann Freiräume an den Ecken und man muss es quasi in die Hülle prügeln.
Das kann ich bestätigen. Ich habe heute die Info bekommen, dass sowohl das CoverBuddy als auch das JET Smart+ von SwitchEasy nicht optimal mit dem iPad 3 funktionieren werden. Sobald ich Infos zu neuen, passenden Produkten von SwitchEasy habe, informiere ich euch natürlich.
Artwizz beispielsweise ist schon am Start mit iPad 3 kompatiblem Zubehör und ich hoffe, dass ich es Ende der Woche in die Hände bekomme und ich am Wochenende/Anfang nächster Woche davon berichten kann
Ok, danke für die Info. Dann werde ich sofern mir das iPad “3″ jemals geliefert wird auf das Apple SmartCover mit einer entsprechenden Rückseite wechseln. Vielen Dank.
Super Artikel und toll, dass wir wohl alle (bis auf wenige Ausnahmen) einer Meinung zum neuen iPad sind.
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Super Artikel, lese immer wieder gern die Artikel auf dieser Seite
Das Backup aus iCloud und das anschließende Laden der Apps hat bei mir anstandslos funktioniert. Leider empfinde ich es auch wie im Artikel beschrieben, das mehr an Gewicht und die Dicke machen sich gefühlt sehr bemerkbar. Irgendwie empfinde ich das neue IPad im direkten Vergleich zum IPad 2 als “grobschlächtig”. Aber das Display ist einfach der Hammer. Ich lese viele Zeitungen und Zeitschriften auf dem IPad und empfinde es nun als wesentlich angenehmer. Die Auflösung des IPad 2 störte mich schon.
An der Stelle: danke für die für mich wertvollen Artikel hier auf der Seite!
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[...] habe drüben bei Appforthat und bei Apfel+Z jeweils einen Artikel gelesen welcher mich zum nachdenken anregte. Warum wollte ich [...]
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