Das iPad Mini ist nun schon seit einiger Zeit verfügbar und die Verkaufszahlen sprechen für sich: 3 Millionen verkaufte Geräte in den ersten 3 Tagen. Auch ich habe mich zu einem Kauf durchgerungen und möchte euch von meinen Eindrücken berichten. Und auch wenn es die Spannung verdirbt: Ich habe mein iPad 3 nach nur zwei Tagen mit dem iPad Mini verkauft.
In a Nutshell
Bevor das iPad Mini vorgestellt wurde, konnte ich mir einfach nicht vorstellen, welchen Sinn diese “Mini” Variante eines iPads haben sollte. Kleinerer Screen, kein Retina? Was sollte das? Aber nach nur kurzer Zeit mit Apples neuester Entwicklung war ich voll und ganz überzeugt. Warum, das beschreibe ich in diesem Artikel.
Vorurteile
Entgegen dem Trend war ich – in meinem Bekannten- und Freundeskreis – eine der wenigen, die nicht sehnsüchtig auf das Mini gewartet haben. Ich konnte mir einfach kein Szenario vorstellen, in dem ich das Gerät einem normalen iPad vorziehen würde. Wer braucht schon so was Kleines, meinte ich immer?
Bisher habe ich mein iPad vor allem zum Anschauen von Filmen genutzt und zum Schreiben von Rezensionen. Zum Lesen von Texten habe ich einen Kindle, den ich aufgrund des nicht beleuchteten Displays hier vorziehe.
Warum, so fragte ich mich, sollte jemand mit einem solchen Nutzungsverhalten auf ein kleineres Display umsteigen, zudem noch eines ohne Retina-Display? Und der Preis ist nun auch nicht der Kindle Fire Killer, mit dem viele gerechnet hatten.
Haptik – Überzeugend
Als allererstes fällt beim iPad Mini die Haptik positiv auf: Das Gerät ist sehr wertig verarbeitet. Mein weißes Modell hat einen silbernen Aluminiumrücken und flache Kanten an der Vorderseite, die nicht unangenehm gegen die anhand drücken.

Rechts das iPad Mini im Vergleich zum iPad 3: Die abgeflachten silbernen Kanten sind deutlich zu erkennen
Schalter sind mit der gleichen matten Silberschicht bezogen wie die Seiten des Gerätes und unterstützen so noch mehr den Gesamteindruck von einem hochwertigen Stück Technik.
Der Home Button hat einen anderen Druckpunkt als das große iPad: man drückt weniger tief und muss damit weniger Kraft aufwenden. Die ersten beiden Tage war es noch ungewohnt, aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und der Unterschied fällt nicht mehr auf.

Im Vergleich zum iPad 3 fallen die versilberten Bedienelemente auf
Display – Es ist kein Retina, aber auch keine Katastrophe
Zu sagen, dass es nicht auffällt, dass das Mini nicht mit einem Retina Display ausgestattet ist, wäre gelogen. Es ist mir sofort aufgefallen – insbesondere bei Text merkt man den Unterschied sehr, sehr deutlich.
Ich war aber konsequent und habe mein iPad 3 in den ersten beiden Tagen mit dem Mini nicht benutzt und war überrascht, dass ich mich doch relativ schnell an das weniger hoch auflösende Display gewöhnt habe.
Trotzdem ist mir auch nach 4–5 Tagen immer noch aufgefallen, dass es kein Retina ist – wenn man auf dem Mini schreibt, sieht man es auch an der virtuellen Tastatur.

Das iPad mini ist deutlich kleiner (und damit auch das Display), aber nach kurzer Nutzung hat man sich daran gewöhnt
Aber, und das ist ein großes Aber, es stört nicht! Wer ständig zwischen Retina iPad und Mini wechselt, der wird es natürlich stärker bemerken. Wer aber noch ein iPad 1 oder 2 hat und ein Retina MacBook wird sich mit Sicherheit nicht daran stören – und das betrifft sehr viele User.
Wenn man auf dem iPad Mini spielt oder Filme schaut, ist der Unterschied zwischen den Displays noch unwichtiger.
Meiner Meinung nach besteht kein Grund, das iPad Mini für wegen dem fehlenden Retina Display nicht zu kaufen. Wer es jetzt haben möchte, sollte zuschlagen. Wer noch warten kann, kann sich auch bis nächstes Jahr gedulden, wobei ich mich nicht 100%ig darauf verlassen würde, dass es da schon eine Retina Version geben wird.
Es hat aber auch einen Vorteil, dass das Mini (erst mal) ohne Retina geliefert wurde: Es muss weniger Rechenleistung verbringen und spart dadurch natürlich auch Akku. Wie immer gibt es zwei Seiten einer Medaille.
Mini = Klein, aber nicht zu klein
Trotz meiner anfänglichen Vorurteile musste ich mir schnell eingestehen, dass das Mini für mich völlig ausreichend und eigentlich noch besser geeignet ist als das normale iPad.
Der Hauptgrund? Ich kann das iPad Mini bequem mit einer Hand halten, ohne dass sich Hand oder Finger verkrampfen. Konnte ich mit dem iPad nie und habe mich immer gefragt, wie fertig die Leute aus der Apple Werbung nach dem Dreh immer waren. Das normale iPad war mir immer zu schwer und zu groß, um es bequem halten. Ich musste immer beide Hände nehmen und auch das wurde nach kurzer Zeit anstrengend.

Zum einhändigen Halten ist das iPad mini unglaublich besser geeignet
Nicht missverstehen: Ich habe meine drei iPads geliebt! Nur stellte ich auch feste, dass ich sie teilweise nicht genutzt habe, wenn Bequemlichkeit eine Rolle spielte.
Das iPad Mini hingegen passt auch in meine Frauenhand perfekt und ich kann es sehr lange in einer Hand halten, ohne dass es unbequem wird. Das betrifft sowohl das Hochkant- als auch Querformat.
Wenn ich das iPad hochkant halte, reicht mir der geringe Platz zwischen Gerätekante und Display auch noch, um dort stützend einen Finger abzulegen. Insgesamt ist das iPad Mini bei mir bisher mehr in Nutzung gewesen als jeder meiner drei iPads in der vergleichbaren Zeit.
Es ist einfach so leicht und handlich, dass man es eben mal bequem durchfiel Gegend tragen kann und schnell in eine kleine Tasche einstecken kann. Mich hat der Formfaktor überzeugt.
Lautsprecher – Doppelt vorhanden, insgesamt OK
Das iPad Mini hat an der Unterseite, an welcher der Home Button ist, zwei Lautsprecher. Zum Disko-Machen reicht es dennoch nicht, aber aus dem kleinen Tablet kommen trotzdem genügend laute Klänge, um den Actionfilm zu genießen oder ein Konzert.

Die Stereolautsprecher machen genügend Lärm
Besonders praktisch: Trägt man das iPad durch die Gegend und verdeckt den einen Lautsprecher, bekommt man dank des zweiten immer noch genügend mit. Und wenn man das Mini günstig hält kann man durch die Reflektion des Klanges in der hohlen Hand noch ein paar Dezibel rausholen.
Leistung – Mini, aber Oho!
Phil Schiller hat bei seiner Produktpräsentation ja explizit betont, dass es sich bei dem Mini um ein vollwertiges iPad handelt. Kann ich verstehen, denn bei dem Winzling lässt sich schnell annehmen, dass es auch nur eine Mini-Leistug erbringt.
Ich habe keine technischen Benchmarks gemacht, da diese den meisten sowieso nichts sagen. Meine Beobachtungen beruhen auf der Nutzung der gleichen Apps, die ich vorher auf meinem iPad 3 hatte: Handschrift Apps wie Penultimate und UPAD, Spiele wie Temple Run und Contre Jour (und auch Angry Birds Star Wars), Produktivitätsapps wie Byword und Mail und vielen anderen wie Sketchbook, Paper oder Living Earth.
Bei keiner einzigen App ging es mir so, dass ich dachte, ‘Mensch, das ging aber schon mal schneller’. Aus meiner subjektiven Sicht ist das Mini in durchschnittlichen Anwendungen seinen großen Brüdern absolut ebenbürtig. Wer nicht gerade sehr, sehr anspruchsvolle HD Games spielt, sollte eigentlich keine Verzögerungen feststellen.
Auch die Akku-Laufzeit ist sehr gut: Mit meiner Nutzung komme ich locker auf mehrere Tage und das umfasst das Streamen von Video via AirVideo, Mail, Tweeten, Facebook, Things, Surfen etc. Zugegeben, ich drehe die Helligkeit des Displays auch stark herunter, aber das mache ich mit dem iPhone auch. In der Regel reicht mir 1/4 der Helligkeit bei normaler Nutzung aus. Nur beim Filmegucken mache ich das Display ganz hell.
Fazit
Ich stehe zu meiner Aussage: Für mich ist das iPad Mini das beste iPad seit dem ursprünglichen iPad. Das iPad 1 war neu und revolutionär, wahrlich eine neue Klasse von Gerät. Die Folgemodelle haben auf diesem Prinzip aufgebaut und es verbessert.
Das iPad Mini bringt alle guten Eigenschaften des iPad mit und vereint sie in einer wesentlich kleineren Form, die leichter und portabler ist. Aus meiner Sicht ein absoluter Gewinn.
Ist das iPad Mini für jeden geeignet und sollte man es dem “normalen” iPad vorziehen? Wenn Gewicht und Größe bei der Nutzung eine Rolle spielen, auf jeden Fall! Wer unbedingt ein größeres Display braucht bzw. Retina, der muss vorerst noch zum großen iPad greifen.
Das iPad Mini ist aber ein vollwertiges iPad und wird den meisten Nutzern bei den alltäglichen Anwendungen völlig ausreichen. Und es ist etwas preiswerter als das große iPad.
Ich kann es nur empfehlen – ich bin absolut glücklich mit meinem kleinen weißen iPad Mini.
Rating: 




Und wieso hast du jetzt dein iPad 3 und das iPad Mini jetzt verkaufst???
Entweder verstehe ich deine Frage nicht oder du musst den Artikel noch mal lesen
“Und auch wenn es die Spannung verdirbt: Ich habe mein iPad 3 nach nur zwei Tagen mit dem iPad Mini verkauft.”
Da schreibs du doch das du das iPad3 nach 2 Tagen mit dem iPad Mini verkauft hast.
Übrigens gut geschriebener Artikel, habe mir jetzt auch das Mini geholt und bin begeistert.
Hallo Julia,
wieder ein mal ein echt klasse Testbericht von Dir!
Danke & viel Spaß mit dem mini
Genau Julia, so ging es mir auch und ich habe mein großes iPad seit dem Verkauf nicht mehr vermisst.
Wie Du auch sagst, hat das Retina-Display ja auch Nachteile in Bezug auf Geschwindigkeit und Batterieverbrauch. Das gilt übrigens auch für das 3G-Modul. Auf dieses hast Du ebenfalls verzichtet, wie ich den Vergleichsfotos entnehme. Für mich ist dieser Verzicht in Ordnung. Auf Reisen greife ich dann allerdings vermehrt wieder zum iPhone.
Super geschrieben!
Vielen Dank, Julia! Auf DEN Bericht hatte ich schon gewartet… Bestellt!
Viel Glück in Deinem neuen Leben, hoffe, der Kulturschock ist nicht soo gravierend (Berlin – Stuttgart)
Habe das iPad mini zusammen mit meiner besseren Hälfte eigentlich als Lesegerät gekauft (wir haben beide jeweils ein iPad mit Retina), aber das iPad mini ist exakt das iPad das man zum konsumieren von Büchern braucht. Klein, handlich, perfekter Begleiter, man kann es deutlich besser halten als das große iPad, man liest – zum Beispiel im Bett – viel Ermüdungsfreier.
Huhu,
Ich habe auch verdammt lange überlegt, ob ich mir das IPad 4 oder das Mini bestelle.. Mein Hauptaufgabenfeld besteht darin, das IPad fürs Studium zu verwenden, d.h. Mitschriften in Vorlesungen, Notizen in PDFs etc. Da derartige Anwendungen immer recht stabil laufen sollten, habe ich mich letztlich für das IPad 4 entschieden, einfach wegen der Chipleistung.. Ich verwende in erster Linie die App Remarks und bin immernoch hin und her gerissen, doch das kleine zu nehmen, weil es einfach so unglaublich handlich ist.. Hat vielleicht jemand ähnliche Ansprüche und verwendet vll. das Mini bereits für Mitschriften o.ä.?
Viele liebe Grüße aus dem Westen Stuttgarts !
Friederike
Ich nutze mein iPad Mini neben dem MacBook auch für Vorledungen etc. Und bin begeistert.
Vorher kam mein iPad mit Retina Display mit in den Hörsaal. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten (durch die Displaygrösse und das tippen auf diesem, da ich mich an das große so gewöhnt hatte) läuft es jetzt rund und ich habe keinerlei Probleme.
Aus Julias Artikel kann ich mit Freuden das Fazit übernehmen: Das beste iPad seit dem iPad
Ich nutze mein iPad Mini neben dem MacBook auch für Vorlesungen etc. Und bin begeistert.
Vorher kam mein iPad mit Retina Display mit in den Hörsaal. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten (durch die Displaygrösse und das tippen auf diesem, da ich mich an das große so gewöhnt hatte) läuft es jetzt rund und ich habe keinerlei Probleme.
Aus Julias Artikel kann ich mit Freuden das Fazit übernehmen: Das beste iPad seit dem iPad