Heute Nacht hat Apple den kompletten Videostream der Gedenkveranstaltung vom 19. Oktober online gestellt. Ein bewegender, menschlicher Tribut nicht an die Ikone, sondern an den Mann der dahinter stand.
Steve Jobs – Der Kollege, Freund und Mentor
Ich muss gestehen, dass ich sehr überrascht gewesen bin, dass Apple den Videostream der Gedenkveranstaltung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Und im Nachhinein muss ich sagen: Ich bin dankbar dafür.
Obwohl die Trauer und der Verlust deutlich in den Gesichtern vieler Apple Mitarbeiter zu sehen war, war es keine Trauerveranstaltung. Ganz im Gegenteil: Es wurde an die amüsanten Episoden mit Steve erinnert und mehr als einmal tönte schallendes Gelächter über den Apple Campus.

Tim Cook kämpfte ganz zu Beginn der Veranstaltung deutlich um seine Fassung; Bill Campell beendete seine Rede mit einer wundervollen Anekdote aus dem letzten Boardmeeting, in dem Steve seinen Rücktritt bekannt gab, und musste dann auch kämpfen, um mit einem Lächeln die Bühne zu verlassen.
Am beeindruckendsten waren für mich die Reden von Al Gore, ehemaliger Vize-Präsident der USA und Nobelpreisträger, sowie Jony Ive.
Al Gore reflektierte wunderbar wortgewandt über den Millionenfachen Ausdruck von Anteilnahme und Sympathie rund um die Welt, als die Nachricht von Steve Jobs’ Tod durch die Medien ging. Die Aussage, die mir im Gedächtnis geblieben ist: Mit all den Produkten, in die Steve sein Herz gesteckt hat, damit sie perfekt werden würden, sind überall auf der Welt Teile von Steve’s Herz verstreut. (Vielleicht lest ihr diese Worte gerade auf einem solchen Gerät) Und damit, so Al Gore, schließt sich der Kreislauf der Liebe: Liebe wurde von Steve und allen Apple Mitarbeitern in die Herstellung des Devices gesteckt. Liebe ist das, was viele User empfinden, wenn sie ihr iDevice nutzen.
Jony Ive war weniger philosophisch, sondern beleuchtete die menschliche Seite von Steve Jobs. Er erzählte von dem Menschen, der ihm manchmal das Leben – professionell – unheimlich schwer machte. Aber auch von dem Menschen, der sich selbst das meiste abverlangte und mit einer kindlichen Freude eine Glückseligkeit ausstrahlte, wenn ein Ziel endlich erreicht war.
Die positive Würdigung, diese Erinnerungen an das Leben von Steve Jobs, waren unheimlich rührend aber auch nötig. Nicht die Trauer sollte im Vordergrund stehen, sondern das Heilen – und mit seinen Anekdoten hat Jony Ive geholfen und gezeigt, dass es OK ist, dass bei Apple wieder gelacht werden darf. (Mehr dazu in einer wunderbaren Introspektive bei den Kollegen von 9to5Mac)
Und am Meisten trug dazu noch Coldplay bei. Während Sängerin Norah Jones den Mittelteil der Veranstaltung mit besinnlichen Liedern begleitete, rockte Coldplay die Bühne. Es konnte wohl auch nur diese leicht verrückte Band sein, die Steve selbst so mochte, welche mitten in diesem Gedenken Lebenslust und -freude versprühen konnte.
Nicht pietätslos, sondern ganz im Gegenteil aus Ausdruck von Freude: Freude darüber, Steve gekannt zu haben. Mit ihm gearbeitet zu haben. Und die Möglichkeit zu bekommen, sich von ihm zu verabschieden.
Nehmt euch die 81 Minuten Zeit und schaut euch den Livestream an. Nehmt euch ein paar Taschentücher dazu und schämt euch nicht, zu heulen. Aber trotz allem seid nicht mehr traurig: Es ist kein Ende. Es ist ein neuer Anfang. Der wundervoll von dem Apple Team eingeleitet wurde.
Danke, Apple, dass ihr dieses Event mit uns geteilt habt.
Keine verwandten Artikel.


Guter Artikel. Ich habe mir den Stream gestern angesehen. Apple hat das Leben von Steve Jobs gewürdigt und gefeiert. Schaut Euch die Gedenkfeier an! es lohnt sich.
Heute Nacht? Ich hab mir das gestern Morgen bereits angeschaut.
Hab den Artikel gestern Abend geschrieben
Tim Cook hat auf dieser Veranstaltung bewiesen, dass auch er ein guter Redner ist. Kein Möchtegern-Jobs, sondern vollkommen eigenständig und trotzdem ganz “Apple”. Ich denke und hoffe, dass er ein guter Boss für Apple sein wird.