Ihr fotografiert ab und an und wünscht euch, ihr hättet auch die Möglichkeit, eure Motive so professionell zu präsentieren, wie es die Profi’s tun?
Modahaus Studios bieten euch die Chance, eure Gadgets, Schmuck oder andere kleine bis mittelgroße Gegenstände im wahrsten Sinn des Wortes ins rechte Licht zu rücken. Wir haben die Lösung getestet und berichten, wie gut sie sich beispielsweise für Blogger bewährt.
Modahaus – Über Nacht berühmt geworden
Wenn euch der Name Modahaus irgendwie bekannt vorkommt, kann das daran liegen, dass die englische Firma vor einigen Monaten wie ein Knaller in die iPhone Szene eingeschlagen ist. Grund war ein ganz unschuldiger Blogpost, indem beschrieben wurde, wie einfach man mit einem Modahaus Desktop Fotostudio und einem iPhone professionelle Bilder machen kann.
Das hier war der Blogpost: Schmuck mit dem Modahaus Desktop Studio und dem iPhone fotografieren
Mal abgesehen von professionellen Fotografen erschien mir die Lösung für Blogger wie mich ideal: Wie oft haben wir nicht irgendwelche Gadgets, die wir auf unseren Wohnzimmer- oder Couchtischen ablichten. Wäre es nicht viel toller, wenn man die Präsentation noch einen Tick edler gestalten könnte, ohne in eine professionelle Fotoausrüstung zu investieren?
Modahaus Photo Studios
So unterschiedliche die Belange sind, so unterschiedlich sind die von Modahaus angebotenen Lösungen. Für meine doch recht überschaubaren Ansprüche wurde mir das kleinste Modell, das Modahaus Desktop Studio 216 zugesendet.

Die verschiedenen Modahaus Modelle
Das Desktop Studio 216 ist knapp 21.5cm breit bietet genug Platz, um etwa einen Apple TV darauf zu platzieren. Für ein iPad wäre es schon recht knapp und wegen der Rundung des Untergrundes nicht möglich. Nur, damit ihr eine Vorstellung von den Dimensionen bekommt.
Aufbau & Zusätzliche Technik
Der Aufbau des Desktop Studios ist super einfach, selbst für Leute wie mich, welche diese Gehirnfunktionen eher selten nutzen. Wer gar nicht klar kommt, kann in der beigelegten Anleitung spicken.

Anleitung zum Spicken

Fertig aufgebaut
Geliefert wird das Desktop Studio 216 in einem robusten schwarzen Sack, der außer der eigentlichen Gerätschaft noch 4 farbige Folien enthält und 2 weiße (eine dicke, lichtundurchlässige, und eine dünne, durchscheinende).

Geliefert wird das Modahaus Set in einem stabilen Beutel

Lieferumfang
Ganz alleine für sich nützt euch das Modahaus Set aber erst mal nichts; ein wenig mehr Technik braucht ihr schon noch. Ganz vorne auf eurer Einkaufsliste sollten mindestens 2 Tagesllichtlampen stehen, die über einen beweglichen Arm verfügen.
Ich habe mir dazu auf Empfehlung von Modahaus diese beiden Schönheiten aus IKEA zugelegt. Wozu ihr die braucht? Um alles ordentlich auszuleuchten.

Das braucht es mindestens für einen Setup
Da mein technisches Verständnis (und auch die Finanzen) beschränkt sind, habe ich mir keine LED Panels gekauft (die UNTER die Bodenfläche des Desktop Studios gelegt werden, um von unten Licht zu liefern). Irgendwann werde ich aber diese Anschaffung auch machen, denn ich habe in meinen Tests festgestellt, dass man wirklich nicht genügend Licht haben kann.
Tja, und dann braucht ihr eine Kamera. Dabei ist es egal, ob es eine DSLR ist oder euer iPhone, es sollte nur eine Kamera sein, in der ihr Fokusbereiche und Weißabgleich festlegen könnt. Ich habe beides verwendet, Spiegelreflex und iPhone mit Camera+ und muss sagen, dass der Vorteil der DSLR nur war, dass ich noch den aufgesteckten Blitz mit verwenden konnte. Wer für ausreichend Licht sorgt, wird mit einem iPhone (plus Stativ und Glif oder nur dem Gymbl) auch hinkommen.
Der erste Versuch – Ok, aber nicht berauschend
Wie ihr sicherlich schon bei einigen Beiträgen hier auf AppForThat gesehen habt, habe ich manchmal nicht mehr auf meinen Tischen fotografiert, sondern auf farbigen Hintergründen. Das sind Modahaus Fotos. Beispiele findet ihr in dem Artikel zum Götterlust Sleeve oder auch zum Incase Snapcase.
Ziel des Fotoshoots ist es, einen einheitlichen Hintergrund zu haben und das Motiv möglichst ohne Schatten fotografieren zu können. Das ist aber wesentlich leichter gesagt als getan.
Erst einmal gilt es, die beiden IKEA Lampen so auszurichten, dass sie das Motiv von allen Seiten so beleuchten, dass sich etwaige Schatten auflösen. Damit war ich ein paar Minuten beschäftigt – und ich glaube, dass die Lampen einfach nicht stark genug sind.
Wenn ich sie weit genug weg vom Motiv hatte, dass das Licht schön weich und gleichmäßig fiel, dann war mir der Hintergrund (die Modahaus Folie) einfach nicht brilliant genug. Genau hier wären die LED Panels Gold wert gewesen, zumindest für mich. Es gibt auch Testberichte im Netz, die von guten Ergebnissen mit nur 2 Lampen berichten, aber die Herrschaften haben dann auch eine super professionelle Fotoausrüstung.
Mein Setup, mit Lampen, sah letztlich so aus:

Licht einfangen

Licht von vorne und von hinten

Erster Setup mit Lampen und iPhone + Glif + Stativ

Erster Setup mit Lampen und iPhone + Glif + Stativ
Es hat mich wirklich fast eine Viertelstunde gekostet, bis das Licht so saß, das ich damit arbeiten konnte, aber so richtig zufrieden war ich mit den Ergebnissen trotzdem nicht, weil ich mir einfach mehr Licht gewünscht habe. Alle Bilder habe ich mit dem iPhone 4 und Camera+ gemacht, der einzigen Fotoapp, die das meiner Meinung nach schafft (mehr dazu weiter unten). Alle Bilder sind unbearbeitet, nur zugeschnitten.

Erster Versuch mit Modahaus, Götterlust, iPhone, Camera+

Erster Versuch mit Modahaus, Ring, iPhone, Camera+
Ja, die Götterlust Fotos haben schon was her gemacht, aber mir war das alles trotzdem noch viel zu dunkel. Also, auf zum nächsten Setup, der dann wesentlich besser Bilder geliefert hat.
Der 2. Versuch mit Tageslicht – Hammer!
Da ich bei strahlendem Sonnenschein an mein Heim gefesselt war – vielen Dank, ihr fiesen Erkältungsviren! – habe ich mir gedacht: Nutze doch einfach mal die Sonne. Eine stärkere Lampe gibt’s nicht wirklich.

Der Küchensetup mit Tageslicht
Das ist in meiner Küche um 10:30 Uhr Vormittags. Die einfallende Sonne beleuchtet das Motiv direkt, auch wenn dadurch relativ krasse Schlagschatten entstehen. Die lassen sich aber auch wegzaubern durch
- geschicktes Drehen des Desktop Studios, bis die Schatten so fallen, dass sie nicht mit im Bild sind;
- Einsatz eines Blitzes auf einer Kamera, entweder Knippse oder DSLR oder durch
- ein wenig Bildbearbeitung nach dem Shooting.
Die Ergebnisse hier sind meiner Meinung nach besser, weil mehr Licht zur Verfügung steht, aber das bedeutet im Umkehrschluss, dass man richtig gute Fotos nur unter bestimmten Bedingunge = viel Licht bekommt. Wie gesagt, wer sich die LED Panels leisten kann, wird da sicherlich wesentlich unabhängiger sein.
Ergebnisse mit der DSLR – Canon EOS 350D + 60mm Canon Makro Objektiv
Wenn ich schon eine DSLR habe, dann will ich sie hier auch genutzt haben. Da mein Canon Blitz gerade keine Lust hatte (sprich: Ich habe vergessen, die Akkus aufzuladen), habe ich mit dem Standardblitz der Canon gearbeitet, er ist auf die Standardstärke eingestellt.
Alle Bilder sind unbearbeitet was Farbe etc. angeht, sie wurden nur zum Teil etwas zugeschnitten, damit man nur das Motiv sehen kann.

Griffin Stylus (Canon EOS 350D, 60mm Makro, Blitz)

Gymbl (Canon EOS 350D, 60mm Makro, Blitz)

Klassenring (EOS 350D, 60mm Makro, Blitz)
Ergebnisse mit iPhone 4 und Camera+
Da das hier ein Apple-Blog ist, musste ich natürlich versuchen, den originalen Setup von Modahaus nachzuahmen und habe Fotos im Tageslichtsetup auch mit Hilfe des iPhones und Camera+ gemacht. Die Ergebnisse sind meiner Meinung nach sehr anschaulich – wieder komplett unbearbeitet, nur zugeschnitten.

Mein Griffin Stylus mit auf dem Modahaus Desktop Studio mit Camera+ fotografiert

Gymbl (iPhone + Camera+)
Welche Kamera soll man nun nehmen & Warum Camera+ rockt
Welche Kamera ihr in dem ganzen Setup nehmt ist euch überlassen. iPhone, Knippse oder DSLR funktionieren alle gleich gut, wenn bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sind.
Am Wichtigsten ist es, dass ihr den Fokuspunkt der Kamera bestimmen könnt – das bedeutet, wo die Kamera scharf stellt. Bei nicht so ganz eindeutigen Lichtverhältnissen kann das nämlich die Optik total verwirren. Bei einer DSLR könnt ihr das idR super einfach einstellen und bei Camera+ tappt ihr einfach dort auf den Screen wo ihr den Fokus haben wollt. Ob eure normale Knipps-Kamera das kann müsst ihr nachprüfen; inzwischen bieten auch preiswertere Modelle diese Funktion an.

Bestimme Fokus (Quadrat) und Belichtung (Kreis) separat bei Camera+
Als nächstes solltet ihr den Belichtungswert justieren können, also wie hell oder dunkel euer Bild wird. Gute Kamera bieten euch die Möglichkeit, einen Punkt via Sucher auszuwählen, der dann als Maßstab für die Helligkeit des gesamten Bildes genommen wird. Warum ist das wichtig? Weil euch die richtige Ausbelichtung die Nachbearbeitung erspart. Auch hier ist Camera+ vorne dabei, denn wie ihr im Bild oben sehen könnt, bietet euch die App separate Fokus- und Belichtungspunkte.
Wenn ihr jetzt noch den Weißabgleich richtig einstellt, ist eigentlich alles geschafft. Der Weißabgleich sorgt dafür, dass euer Bild die Farben so wiedergibt, wie sie tatsächlich sind. Und ja, Camera+ kann das auch.

Weißabgleich kann bei Camera+ eingestellt werden
Wenn ihr mit dem iPhone fotografieren wollt, braucht es natürlich immer noch ein wenig besseres Licht als mit anderen Kameras, da ihr hier mit dem Blitz wenig bis gar nichts bewirken könnt.
Und für diejenigen, die jetzt meinen, einen Investition in Camera+ sei nicht nötig, weil andere Kamera-Apps das genauso gut können, denen möchte ich nur noch fix ein Beispiel mit auf den Weg geben, warum Camera+ einfach mal nicht zu schlagen ist (es sei denn, ihr beweist mir mit anderen Bildern das Gegenteil) – wobei man natürlich immer im Kopf behalten muss, dass ein iPhone keine richtig gute Kamera ersetzen kann.
Hier seht ihr, dass Camera+ in der Lage ist, fast schon makroartige Fotos zu machen und selbst auf winzige Motive scharf zu stellen – keine von mir getestete Fotoapp schafft das.

Libelle mit der Standard Apple iPhone App - Fokus ist sonstwo

Libelle mit Camera+ - der Fokus sitzt auf dem Tierchen
Modahaus Studios – Eine richtig gute Lösung für Gadget-Blogger, ambitionierte Fotografen & Profis
Da meine Zielgruppe hier vor allem Apple-User und Co-Blogger sind, richtet sich meine Einschätzung vor allem genau euch. Wer auch bloggt und immer wieder mal Gadgets vorstellt – oder das sogar zum Hauptfokus seines Blogs macht – der sollte mal über die Anschaffung eines der Modahaus Studio Modelle nachdenken. Es gibt den Fotos einen wesentlich professionelleren Touch.
Wenn eure Gadgets etwas größer sind, kein Problem. Die Modahaus Lösungen gibt es in 216mm, 400mm und 600mm. Das sollte fast jeden Anspruch treffen.
Wer von euch ein ambitionierter Hobbyfotograf ist oder das sogar professionell betreibt, sollte auch über das System nachdenken. Es bietet euch die Möglichkeit, mit nur kleinem (und vor allem leichten) Gepäck in nur einer Minute eine Backdrop-Lösung aufzubauen, die dann für Shootings verwendet werden kann.
Ob sich die Investition lohnt, könnt nur ihr alleine beurteilen, aber ich kann euch die Modahaus Lösung nur empfehlen, da sie bei richtigem Einsatz super Ergebnisse liefert und eurer Arbeit den professionellen Eindruck verleiht, der den Unterschied machen kann.
Die Modahaus Studios könnt ihr direkt auf der Seite von Modahaus erwerben und sie starten bei umgerechnet knapp 41 Euro.
Rating: 



Camera+
Hersteller: Tap Tap Tap LLC


Ok.Ok.Ok. Jetzt habe ich Angst. Vorhin noch überlegt, das ein kleines Fotostudio schon klasse wäre, und nun beschreibst du genau das was ich suche.. Ich fand auch mal einen Eintrag, wie man aus einer leeren Obstkiste sich auch so was basteln kann, verlegte aber den Link..
Hihi, ich teste gerade eine Gedankenlesen-App
In den Kommentaren zu dem Phototuts Post wurde das auch durchgekaut, ob man das nicht selbst machen kann.
Als Wochenendprojekt sicherlich machbar, aber bei den relativ günstigen Preisen muss man wirklich überlegen, ob man mit Zeit & Materialkosten wirklich günstiger kommt.
Ich finde das Konzept auf jeden Fall genial – für die Leute mit zwei linken Händen ist die fertige Desktop Studio Lösung auf jeden Fall einen Blick wert
Die Gedankenapp will ich aber nicht haben …
Überlege mir auch so ein Studio zuzulegen, und fragte auch gleich meinen “Lieferanten” Amazon. Fast erschlagen von den zahlreichen Angeboten, aber keines sah soo gut aus wie das von dir beschrieben. Werde ich im Auge behalten.
Diese sogenannten Tabletop-Studios sind nicht neu, im Fotobereich gibt es dutzende von Anbietern kompletter Pakete inkl. Lampen z.B. Walimex oder wertiger von Kaiser.
Thema Selbstbau:
Sehr einfach macht man es sich mit einem normalen Bastelkarton der Größe A2, ein paar A4 Kartons als Reflektoren und 2 bis 3 dieser 5€ Halogen Schreibtischlampen von Ikea. Für sehr wenig Geld kann man wunderbar eine kleine Hohlkehle basteln. Mit ein wenig Geschick ist das ganze in 20 Minuten aufgebaut.
Link zu einem sehr alten Beitrag (von mir, sorry, fand gerade keinen passenderen)
http://sententi.com/fotografieren/zubehoer_im_selbstbau/ministudio/index.html
Danke für den Link
Bitte, gerne.
Den Rest der Seite einfach ignorieren, das ist ein altes Datengrab
Obwohl: die Lego-Figuren wurden alle mit diesem Setup fotografiert, sind vielleicht ein recht gutes Beispiel dafür.