In unserer Serie über externe Tastaturen für das iPad wollen wir euch heute ein drittes Modell vorstellen – die Bluetooth Tastatur von i.Gear. In unserem Test kommen wir zu einigen überraschenden Erkenntnissen.
i.Gear agent Bluetooth Tastatur für iPad
Die i.Gear agent Bluetooth Tastatur ist 2-in-1: Auf der einen Seite Tastatur, auf der anderen Seite soll sie als Transportschutz für das iPad dienen, mit dem man es zusammenstecken können soll (man beachte den Konjunktiv hier!).


Wer hier auf dem Blog mitgelesen hat, wird sofort feststellen, dass der i.Gear agent Modell eine verdächtige Ähnlichkeit mit dem bekannten ZAGGmate aufweist, welchen wir als erstes in der Reihe von externen Tastaturen vorgestellt haben.
Wie der ZAGGmate hat der i.Gear agent eine silber-farbene Rückseite, eine gummierte Innenkante (welche den iPad beim Transport festhalten soll), und eine schwarze Tastatur mit wunderbar flachen Tasten.
Unterschiede findet man eigentlich nur bei dem An/Aus Schalter und bei dem klappbaren Aufsteller für das iPad.

An/Aus Schalter, Batterie- und Ladeindikator sowie Bluetooth Pairing Button
Sehr praktisch und gut gelöst sind die Sondertasten, welche sich in einer separaten Reihe ganz oben auf der Tastatur befinden. Hier könnt ihr schnell in den Homescreen zurückkehren, suchen, die Lautstärke anpassen oder Musik steuern. Das ist vergleichbar mit den Sondertasten auf einer normalen Apple Tastatur und gerade im Einsatz mit dem iPad extrem nützlich: statt ständig auf dem Display herumzutatschen könnt ihr blitzschnell Operationen ausführen, die sonst erst mehrere Taps erfordert hätten.

Die ganze iGear agent Tastatur
Mit dem iPad pairen
Um ein Bluetooth Gerät mit dem iPad zu betreiben, muss es mit diesem gepaart werden – im Grunde müssen das externe Gerät und euer iDevice darauf aufmerksam gemacht werden, dass da etwas existiert, mit dem man kommunizieren kann.
Dazu geht ihr in eure Systemeinstellungen auf dem iPad und dort in die Bluetooth Settings. Stellt sicher, dass Bluetooth angeschaltet ist.
Jetzt schaltet die i.Gear Tastatur an und drückt auf den winzigen Button, unter dem das Bluetooth Symbol zu sehen ist. Auf eurem iPad Display poppt eine Benachrichtigung auf. Folgt den Anweisungen.
Ab jetzt reicht es zu, einfach nur die Tastatur und den iPad einzuschalten und sie werden sich künftig immer finden. Es kann dabei zu einer leichten Verzögerung nach dem Anschalten der i.Gear kommen – also keine Panik, nach spätestens 2-3 Sekunden sind die beiden Geräte miteinander in Kontakt.
i.Gear in der täglichen Nutzung
Da der i.Gear agent praktische eine Kopie des ZAGGmate ist, muss sie sich auch dem Vergleich mit dem Original stellen, und zwar auf allen Ebenen.
Positiv ist das Layout der Tastatur, welche gleich mit einem deutschen Keyboard daher kommt (inzwischen gibt es das ZAGGmate aber auch in deutsch). Trotzdem gibt es grundlegenden Unterschiede in der Anordnung der Sondertasten, speziell der Enter- und Pfeiltasten auf der rechten unteren Seite.
Ich finde die Anordnung auf der i.Gear auf der einen Seite besser gelöst, da man hier nicht so häufig auf die falschen Tasten kommt. Trotz monatelanger Nutzung des ZAGGmate verrutsche ich hier nach wie vor und muss mich neu orientieren. der i.Gear agent bietet die gewohnte Aufteilung wie auf einem normalen Keyboard, was die Umstellung erleichtert.
Nachteilig ist dabei, dass die Enter (Shift) Taste dafür an Größe einbüßt und ganz an den Rand der Tastatur rückt. Da man die Enter-Taste häufiger nutzt als die Pfeiltasten, finde ich die ZAGG-Lösung hier besser, auch wenn es anfangs eine große Umstellung ist, besonders für Nutzer des 10-Finger-Systems.
Bei der Tastatur fällt auch auf, dass der i.Gear agent einen wesentlich härteren Anschlag hat, das heißt, dass die Tasten schwerer zu drücken sind. Das wird aber nur denen auffallen, die vorher mit dem ZAGGmate gearbeitet haben.
i.Gear hat versucht, bei dem Aufsteller – welcher den iPad stützt – neue Wege zu gehen. Lobenswert ist der Gedanke, dem Aufsteller verschiedene Positionen anzubieten. Dadurch ändert sich der Blickwinkel und je nach Position (in der man sich befindet), lässt sich der Bildschirm einfacher betrachten. Leider ist die Umsetzung nicht ganz so gut gelungen.
Der klappbare Aufsteller ist aus Plastik, genau wie seine Scharniere. Im Vergleich zum ZAGGmate mache ich mir hier bei Dauerbelastung wirklich Gedanken. Fairerweise muss erwähnt werden, dass ich auch beim ZAGGmate anfangs skeptisch war, nur war dieser von Anfang an stabiler im Material.
Gut gelöst hingegen finde ich die unterschiedlichen Klemmpunkte, an denen man den Aufsteller einrasten lassen kann – so kann man den Blickwinkel leicht variieren, was in verschiedenen Sitz- und Liegepositionen einen großen Unterschied machen kann!

Hier kann der Aufsteller eingerastet werden
Von diesem Unterschied abgesehen ist der i.Gear agent Modell ansonsten genauso wie der ZAGGmate, nur eben ein Stück preiswerter. Tolle Lösung, könnte man jetzt sagen, wenn da nicht der Haken wäre.
Passgenauigkeit: Fail
Einer der fantastischen Aspekte am ZAGGmate war ja, dass man ihn nicht nur als Tastatur sondern auch als Transportschutz für den iPad gebrauchen konnte. Da ich jetzt das iPad 2 habe, hatte ich gehofft, dass der i.Gear agent mir jetzt in dieser Hinsicht behilflich sein würde. Leider, zu meiner immensen Enttäuschung, weit gefehlt.
Das iPad 2 passt nicht in die den vorgesehenen Raum an der i.Gear Tastatur! Kein Scherz. Egal wie rum ich das iPad drehe (und es gibt aufgrund der Anschlüsse ja nur eine einzige Möglichkeit), es flutscht einfach nicht. Das Problem war auch schnell erkannt: Durch die gummierte Innenseite des Rahmens, welche eigentlich zum Schutz des iPad dienen soll, ist zu wenig Raum für denselben. Zusätzlich ist die Gummierung nicht so gut verklebt und gibt an der Ecke nach, in welcher der iPad nicht mehr passt.
Anfangs dachte ich wirklich, dass ich etwas verkehrt mache, aber beim ZAGGmate war es ja nun auch keine Wissenschaft. Der iPad passt einfach nicht richtig in der i.Gear agent hinein und damit eignet sich dieses Gadget nicht zum Transport und Schutz des Apple Devices.

Hier passt der iPad ganz genau rein

Hier steht der iPad über und kann nicht in die Form geschoben werden
Fazit
Ich hätte liebend gerne geschrieben, dass ich der i.Gear agent für ein tolles Produkt und preiswertere Alternative zum ZAGGmate empfehlen kann, aber leider ist dem nicht so.
Der i.Gear agent ist als mobile Tastatur ausgelegt, die das extra Gewicht und den zusätzlichen Platz damit rechtfertigen will, dass sie auch als Transportschutz für das iPad dient. Genau diese Funktion kann es aber nicht erfüllen.
Wer nur eine Tastatur für zu Hause sucht, der kann sich mit dem Apple Bluetooth Keyboard behelfen, welches aber leider keine Möglichkeiten bietet, den iPad aufzustellen.
Welches Einsatzgebiet bleibt nun noch für den i.Gear übrig? Auch wenn er zum Transport nichts taugt – was mein ZAGGmate mit dem iPad 2 übrigens auch nicht tut – so ist die Tastatur für unterwegs ideal. Das iPad lässt sich einklemmen, mit Bluetooth ist die Verbindung schnell hergestellt und bei 8h Betriebsdauer (Aussage des Herstellers) kann man schon einiges an Texten zusammenschreiben. Wenn man sich einmal an die Tastatur gewöhnt hat, wird man sie auch nicht mehr missen mögen.
So ist mein Urteil zwiegespalten – als Tastatur macht der i.Gear agent Bluetooth Keyboard keine schlechte Figur, aber wie beworben funktioniert das Gadget nun auch wieder nicht. Aus diesem Grund kann ich leider nur eine mittelmäßige Bewertung vergeben.
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